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Wolf: Neues Forschungsprojekt zur Räuber-Beute-Beziehung

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Dienstag, 26.05.2020 - 16:45
Wolfsrudel © prochym - stock.adobe.com
Im Veldensteiner Forst soll das Verhalten zwischen dem Wolfsrudel und dem Schalenwildbestand untersucht werden.

Seit einigen Jahren streifen immer mehr Wölfe durch Deutschland. Auch in Bayern fühlt er sich, vor allem in den nördlichen und östlichen Bereichen des Freistaats, wohl. Wie das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) in einer Pressemitteilung bekannt gibt, hat Forstministerin Michaela Kaniber daher ein neues Forschungsprojekt im Veldensteiner Forst (Landkreis Bayreuth) ins Leben gerufen.

Das Projekt solle die Wechselwirkungen zwischen dem Räuber-Beute-Gefüge sowie den Einfluss des Menschen untersuchen. "Wir brauchen gerade im Bereich der Jagd weitere Untersuchungen. Wir möchten besser verstehen, wie sich die Anwesenheit des Wolfes auf das Verhalten und die Lebensraumnutzung von Hirsch, Reh und Wildschwein auswirkt", so die Ministerin.

Finanzierung nicht durch Jagdabgabe

Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) werden das Projekt betreuen. Mithilfe eines Fotofallenmonitorings wird die räumlich-zeitliche Verteilung der Wildtiere erfasst. Zwar gebe es in anderen Bundesländern bereits ähnliche Studien, jedoch hängt der Einfluss des Wolfes auf die Beutepopulation stark von den jeweiligen Landschaftsgegebenheiten ab, so ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der Redaktion.

Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten, den regionalen Wolfsbeauftragten sowie des obersten Jagdbeirats durchgeführt. Die Untersuchungen sind in diesem Frühjahr bereits angelaufen und erstrecken sich auf einen Zeitraum von zwei Jahren. Laut StMELF werde das Forschungsprojekt durch das Ministerium selbst finanziert. Die Kosten für Sachmittel liege bei rund 70.000 Euro. Finanzielle Mittel der Jagdabgabe werden dafür nicht herangezogen.


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