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Wolf: Neues Bundeszentrum soll Leitfaden für Entnahmen erarbeiten

Wolf-heulend © Ana Gram - stock.adobe.com
Auch die Entnahme von Wölfen soll Thema des Bundeszentrums sein.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat heute in Eberswalde (Brandenburg) das neue Bundeszentrum „Weidetiere und Wolf“ eröffnet. Aufgabe des neuen Zentrums sei es, praxisgerechte Lösungen und Möglichkeiten der Koexistenz von Weidetieren und Wolf zu erarbeiten und Konflikte zu verringern. Mit Ausbreitung des Wolfes würden auch die Wolfsrisse zunehmen. So sei die Anzahl von verwundeten und getöteten Tieren von 40 im Jahr 2006 auf 2.900 Tiere im Jahr 2019 angestiegen, so das Landwirtschaftsministerium.

Naturschutzrechtliche Einstufung des Wolfes soll überprüft werden

Das Bundeszentrum soll sich nun im wesentlichen um eine Übersicht der angewandten Herdenschutzmaßnahmen, einer Optimierung dieser, die Entwicklung neuer Forschungsprojekte zu Herdenschutzmaßnahmen sowie um eine Optimierung von Abläufen nach einem Wolfsübergriff kümmern. Außerdem sollen sich die Experten mit Finanzierungsfragen des Herdenschutzes, der Förderung des Dialogs zwischen den betroffenen Parteien und mit der naturschutzrechtlichen Einstufung des Wolfes sowie strategischen Überlegungen zur Regulierung beschäftigen.

Praxisleitfaden zur Erteilung artenschutzrechtlicher Ausnahmen

Julia Klöckner betonte in ihrer Rede, dass der Wolf seine Scheu vor Menschen nicht verlieren und „unsere Weiden nicht als einen reich gedeckten Tisch erleben“ dürfe. Daher sei neben Präventionsmaßnahmen und Schadensausgleich auch die Entnahme als Maßnahme des Herdenschutzes Teil der Aufgaben des Bundeszentrums. Man arbeite derzeit an einem Praxisleitfaden zur Erteilung artenschutzrechtlicher Ausnahmen, also von Entnahmen, so Klöckner weiter in ihrer Rede. Das Zentrum werde für die Jahre 2021 und 2022 mit jeweils 300.000 Euro und drei Vollzeitstellen ausgestattet.


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