Home News Wolf: Mehr als 2.000.000 Euro für Präventionsmaßnahmen gezahlt

Wolf: Mehr als 2.000.000 Euro für Präventionsmaßnahmen gezahlt

Die Anzahl der Nutztierrisse ist im Jahr 2018 deutlich gestiegen. © Nicolette Wollentin - stock.adobe.com
Die Anzahl der Nutztierrisse ist im Jahr 2018 deutlich gestiegen.

Mit 105 bestätigten Rudeln steigt die Wolfspopulation in Deutschland weiter an (wir berichteten). Doch mit steigender Anzahl der Tiere nehmen auch Nutztierrisse zu, das zeigen Zahlen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf. Um einen deutschlandweiten Überblick über die Entwicklung zu bekommen, wird seit 2016 einmal jährlich bei allen Bundesländern eine Abfrage zu den wolfsverursachten Schäden an Nutztieren durchgeführt. Diese ergab 639 gemeldete Wolfsübergriffe mit insgesamt 2067 getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren im Jahr 2018.

Schafe häufigstes Opfer

Die meisten Angriffe gab es bei Schafen (1656), gefolgt von Gatterwild (168) und Rindern (136). Aber auch fünf Pferde, ein Alpaka sowie ein Hund werden unter anderem vom DBBW für das Jahr aufgelistet.

"Die meisten Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere gibt es i.d.R. dort, wo Wölfe sich in neuen Territorien etablieren und sich die Schaf- und Ziegenhalter noch nicht auf ihre Anwesenheit eingestellt und Schutzmaßnahmen getroffen haben. Meist gehen die Schäden in diesen Gebieten zurück, wenn die Tierhalter Herdenschutzmaßnahmen richtig anwenden", so der DBBW.

Sechs Hunde seit 2000 getötet

Die Deutsche Bracke "Ajax von der Muskauer Heide" auf dem Weg zur letzten Ruhe. © Jan Prignitz

Die Deutsche Bracke "Ajax von der Muskauer Heide" auf dem Weg zur letzten Ruhe.

Neben Nutztieren sind auch sechs Hunde Isegrim in den letzten Jahren zum Opfer gefallen. Im Jahr 2005 verstarb bspw. eine Jagdterrierhündin in Sachsen an ihren schweren Verletzungen. Eine Wölfin hatte den Jagdhund angegriffen. 2014 wurden ein verletzter Herdenschutzhund erfasst. Ob die Verletzungen tatsächlich von einem Wolf stammten, ließ sich jedoch nicht endgültig klären. Zwei Haushunde fielen einem Wolf im Jahr 2017 in Sachsen zum Opfer. Der Wolf, der für beide Tötungen verantwortlich war, wurde daraufhin entnommen.

2018 ereignete sich während einer Jagd in Sachsen ein Zusammentreffen von Hund und Wolf. Die Deutsche Bracke "Ajax von der Muskauer Heide" (wir berichteten) wurde dabei von einem Wolf getötet.

Mehr als 2.000.000 Euro für Prävention

Für Präventionsmaßnahmen wurden im Jahr 2018 Zahlungen in Höhe 2.380.109 Euro deutschlandweit vorgenommen. Ausgleichzahlungen lagen insgesamt bei 231.790 Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 1.324.956 Euro für die Prävention und 187.894 Euro für Ausgleichszahlungen.

"Die Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen beträgt häufig ein Vielfaches dessen, was für einen reinen Schadensausgleich aufzuwenden wäre . Trotzdem investieren viele Bundesländer erhebliche finanzielle Mittel in den Herdenschutz. Dahinter steht der Gedanke, die Akzeptanz für die zurückkehrenden Wölfe zu erhöhen und den Betroffenen im ländlichen Raum die Koexistenz mit ihnen zu erleichtern", so der DBBW in seiner Zusammenstellung.


Kathrin Führes
geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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