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Wolf: Kosten für Prävention steigen auf über 9 Millionen Euro

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Kathrin Führes
am
Sonntag, 15.08.2021 - 07:18
Wolfsrudel-zieht-durch-Wald © ondrejprosicky - stock.adobe.com
Die Anzahl der Wölfe steigt und damit auch die Kosten.

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat ihren Bericht zur Prävention und Nutztierschäden 2020 veröffentlich. Aus diesem geht hervor, dass es im Jahr 2020 942 Wolfsübergriffe gab. Das bedeutet eine Steigerung von 6 % zum Vorjahr, wobei die Anzahl der geschädigten Nutztiere um 37 % stieg. Dabei machen Schafe und Ziegen mit 78 % den Hauptteil der angegriffenen Tiere aus.

Für Herdenschutzmaßnahmen zahlten die Bundesländer im vergangenen Jahr laut DBBW 9.504.689 Euro. Für den Ausgleich von Schäden wurden weitere 800.294 Euro gezahlt. Im Jahr zuvor waren es noch rund 418.000 Euro.

In einer kleinen Anfrage hatte die FDP kürzlich die Bundesregierung nach Zahlen zum Wolf befragt. Aus dieser ging hervor, dass im Jahr 2019 bereits 8,04 Millionen Euro für Präventionsmaßnahmen gezahlt wurden. Im Jahr 2018 waren es noch rund 2,4 Millionen Euro. Auch die Ausgleichszahlungen für Nutztierschäden durch Wölfe verdoppelten sich von 2018 (circa 232.000 Euro) auf 2019 (418.000 Euro) fast.

Anzahl der Wölfe nimmt stark zu

In den vergangenen drei Monitoringjahren stieg die Anzahl der Wölfe in Deutschland rasant an. Waren es im Jahr 2017/2018 noch 77 Rudel, 42 Wolfspaare und 3 Einzeltiere, wurden im Jahr 2018/2019 bereits 105 Rudel, 40 Paare sowie 12 Einzeltiere gezählt. Im Monitoringjahr 2019/2020 führt die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) 128 Wolfsrudel, 39 Paare und 9 Einzeltiere auf. Für das laufende Jahr sind es bereits 113 Wolfsrudel, ein Paar sowie neun Einzeltiere.

Die vollständigen Ergebnisse für das aktuelle Jahr werden im Herbst erwartet. Es ist davon auszugehen, dass mit der steigenden Anzahl an Wölfen auch die Kosten weiterhin zunehmen werden.

Auch das DBBW kostet dem Steuerzahler jährlich Geld. Laut Bundesregierung stehen der Dokumentationsstelle jährlich Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 220.000 Euro zur Verfügung.

Jeder Wolf kostet 7.000 bis 9.000 Euro

Nach Berechnung von agrarheute hat im Jahr 2019 jeder Wolf in der Bundesrepublik alleine durch Prävention, Schadensausgleich und dem Betrieb des DBBW Kosten in Höhe von 7.000 bis 9.000 Euro verursacht. Weitere Kostenstellen wir Gutachter- oder Laborkosten noch nicht mit einberechnet.


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