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Und der Wolf klettert doch…

Der verletzte Widder wurde erst Stunden später eingeschläfert.


Im Nordwesten der Republik wird das Thema Wolf immer heißer. In der Nacht zum 12. September wurden mehrere Muffel in einem Gatter bei Telbrake (Lkr. Vechta) gerissen. Das Besondere: Das Raubtier hatte einen zwei Meter hohen, stabilen Zaun mit Untergrabschutz überklettert. Wie der Tierhalter Ludger Höne gegenüber der Redaktion erwähnte, wurde ein Lamm sofort getötet und zwei weitere Tiere mussten später mit schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Das Gehege befindet sich direkt hinter dem Haus des Halters. Der Wolfsberater des Landkreis Vechta, Dr. Torsten Schumacher, bezeichnet es als sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dem Verursacher um einen oder mehrere Wölfe handelt. Er sieht darin ein großes Problem. Bisher sei davon ausgegangen worden, dass ein 1,20 Meter hoher Zaun mit Untergrabschutz den Wolf am Eindringen hindern würde. Schumacher: „Man muss sich überlegen, wie mit dem Rudel umgegangen wird. Bisher hat man den Entwicklungen nur tatenlos zugeschaut.“ Eine Entnahme sei nur das allerletzte Mittel, aber man könne die Tiere nicht so weiter machen lassen.

Viele Tierhalter wissen nicht wer zuständig ist

Bereits mehrfach wurden in der vergangenen Zeit Zäune überwunden. Die Grauhunde würden die ganze Weidewirtschaft zerstören, so Schumacher. Außerdem müsse man prüfen, wie vom Wolf verletzte Tiere schnellstmöglich erlöst werden könnten. Im aktuellen Fall hatten die angegriffenen Muffel mehrere Stunden mit schweren Verletzungen ausharren müssen. Wenn es um Isegrim geht, herrsche Verwirrung und Angst. Viele Tierhalter wüssten nicht, wie sie in solch einem Fall vorgehen müssten. So würde häufig die Polizei gerufen, oder das Verterinäramt um Hilfe gebeten. Beide seien jedoch in Sachen Wolf nicht zuständig. Der Experte Schumacher fordert jetzt, die Jungwölfe des unter Verdacht stehenden Rudels zumindest zu besendern.

Einen Filmbeitrag des "NDR" zum aktuellen Fall finden sie hier.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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