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Wolf illegal erschossen

Der erschossene Wolf wurde im Landkreis Celle gefunden. © Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.

Der erschossene Wolf wurde im Landkreis Celle gefunden.


Ein Jagdpächter aus dem Landkreis Celle (Niedersachsen) entdeckte am 20. Mai einen toten Wolf am Rande des Hauptwegs seines Reviers. Die junge Fähe wies eine Schußverletzung am Schulterblatt auf, die wahrscheinlich von einem Großkaliber stammt. Außerdem lassen Merkmale am Balg darauf schließen, dass sie mit einer Schlinge um den Hals durch den Dreck gezogen wurde. Demnach wird nicht davon ausgegangen, das Fundort und Tatort identisch sind, erklärt Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen, gegenüber der Redaktion. Vielmehr wurde die Wölfin, wohl aus noch unbekannten Gründen, dort abgelegt.

Umweltminister fordert Rechtssicherheit

Der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies erklärte in einer Pressemitteilung: „Wölfe sind durch EU- und Bundesgesetz streng geschützt und dürfen nicht einfach getötet werden. Der Vorfall zeigt einmal mehr die Brisanz, die im Thema Wolf steckt. Die Menschen müssen einerseits die Gewissheit haben, dass ein handlungsfähiger Staat problematische Wölfe auch entnimmt. Dafür brauchen wir dringend Rechtssicherheit. Eigenmächtige Tötungen durch Bürger sind aber grundfalsch, denn Wölfe stehen unter strengem Schutz. Ein solcher Fall muss verfolgt und streng bestraft werden.“ 

Der Kadaver der Fähe befindet sich derzeit in der Pathologie des Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), um die genaueren Todesumstände festzustellen. Die Polizei ermittelt in dem Fall.


Helena Gräfin von Hardenberg ist mit der Forst und der Jagd aufgewachsen. Mit 17 Jahren hat sie den Jagdschein bestanden und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Helena von Hardenberg.