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Wolf: Erneuter Abschuss in Niedersachsen

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Kathrin Führes
am
Donnerstag, 22.04.2021 - 15:27
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Ein Wolf liegt im Gras © bennytrapp - stock.adobe.com
Erneut wurde ein Wolf in Niedersachsen legal geschossen (Symbolbild).

In der Region Burgdorf (Niedersachsen) wurde erneut ein Wolf legal geschossen. Wie ein Sprecher des Umweltministeriums gegenüber der Redaktion erklärt, sei das Tier in der Nacht von gestern auf heute entnommen worden. Seit Oktober hatte es für ein männliches sowie ein weibliches Tier eine Abschussgenehmigung gegeben. Diese war nach zahlreichen Nutztierrissen ausgestellt worden. Nach erster in Augenscheinnahme handelt es sich bei dem geschossenen Tier um einen ein- bis zweijährigen, weiblichen Wolf. "Dem Standardprozedere folgend wird der Kadaver aktuell routinemäßig vom NLWKN geborgen. Eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Wolfs mittels Gewebeprobe wird eingeleitet", so das Umweltministerium.

Um die mit dem konkreten Vollzug befassten Personen vor Übergriffen zu schützen, wird das Ministerium auch in diesem Fall die Identität des Schützen nicht bekannt geben. Es sei jedoch sichergestellt, dass nur geeignete Personen entsprechend der Vorschrift des § 45a Abs. 4 BNatSchG den Vollzug vornehmen, erläutert das Ministerium weiter.

Erst Anfang April hatte ein Jäger einen Wolf aus dem Rodewalder Rudel legal geschossen. Seit dem Frühjahr 2018 war es im Territorium des Rodewalder Rudels immer wieder zu Übergriffen auf Nutztiere gekommen. Im Januar 2019 hatte man erstmalig eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme des Leitrüden GW717m erteilt.

Grüne klagen auf Offenlegung von Abschussgenehmigungen

Erst heute hatte die Landtagsfraktion der Grünen in Niedersachsen bekannt gegeben, dass man eine Verfassungsklage vor dem Niedersächsischen Staatsgerichtshof Bückeburg einreichen wolle. Ziel sei es, Auskünfte über die Abschussgenehmigungen zu bekommen. "Der Umweltminister kann es drehen und wenden, wie er will. Seine bisherige Wolf-Strategie ist mit den Fehlabschüssen von drei Jungtieren und geheim gehaltenen Abschussgenehmigungen endgültig gescheitert. Anstatt andere Maßnahmen wie das Besendern von Problemtieren oder mehr Förderung von Hilfen für Betriebe mit Weidetieren voranzutreiben, setzt Minister Lies auf den Abschuss", so Christian Meyer, Fraktionsvize und Sprecher für Naturschutz.


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