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Wolf in Deutschland: Bis zu 1400 potentiell mögliche Territorien

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Kathrin Führes
am
Mittwoch, 06.05.2020 - 16:53
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Künftig könnten Wolfsrudel noch weitere Gebiete in Deutschland besiedeln.

Deutschland ist potentiell fast flächendeckend Wolfsland. Das zeigt nun eine Studie, welche vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Auftrag gegeben wurde. Nach Einschätzung der Forscher muss damit gerechnet werden, dass Wölfe als Habitatgeneralisten in vielen Teilen Deutschlands sesshaft sowie die weiteren Gebiete durchwandern könnten.

Nach den Analysen ist davon auszugehen, dass für etwa 700 bis 1400 Territorien geeigneter Lebensraum in Deutschland vorhanden ist. Die Territoriengröße würde bei dieser Annahme jeweils bei etwa 200 Quadratkilometern liegen. Bisher war man, so die Forscher, von etwa 400 Territorien als Maximalzahl ausgegangen. Ausschlag für die Erhöhung gaben unter anderen Beobachtungen aus Sachsen, dass Wölfe entgegen früherer Annahmen auch reine Agrarlandschaften besiedeln können, sofern es partiell Rückzugsgebiete gebe. Mittelgebirge und alpine Gebiete werden durch das Modell ebenfalls als geeigneter Wolfslebensraum eingestuft. Auch das Flachland in Norden war in älteren Modellen als ungeeignet eingestuft worden. Die aktuelle Studie zeigt jedoch auch dort viele potentielle Wolfsterritorien, insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern. Ballungsräume, wie etwa in Nordrhein-Westfalen sowie Großstädte wie Hamburg und Berlin, gelten hingegen als schlecht geeignet.

Studie hat keine Vorhersagekraft

Das BfN betont, dass die aktuelle Studie weder eine Vorhersagekraft besitzt, noch eine Zielgröße für eine deutschlandweite Bestandesentwicklung darstellen soll. Trotzdem raten die Forscher dazu, Gebiete, die bisher noch nicht von Wölfen besiedelt sind, auf deren mögliche Ansiedlung vorzubereiten. Dies gelte insbesondere für effektive Schutzmaßnahmen von Weidetieren. Es sei davon auszugehen, dass Wölfe zunächst die am besten geeigneten Gebiete besiedeln und sich „dann nach und nach in Gebiete ausdehnen, die dem Habitat nach weniger geeignet sind, jedoch ebenfalls Rückzugsgebiete und eine ausreichende Nahrungsgrundlage bieten.“


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