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Wolf im Allgäu unterwegs?

Dauerhafte Rückkehr in den Freistaat? Dieser Wolf wurde im Mai 2014 im Allgäu nachgewiesen. Foto: LfU © LfU

Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) am Montag mitteilte, wurde am vorangegangenen Wochenende südlich von Oberstdorf ein wolfsähnliches Tier beobachtet und auch fotografiert. Nach Auswertung des Bildmaterials zeigten sich Experten überzeugt: Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Wolf.
Mitglieder des „Netzwerks Große Beutegreifer“ haben daraufhin Spuren vor Ort dokumentiert und gesichert. Das LfU veranlasst zur sicheren Abklärung die notwendigen genetischen Analysen. Mit dem Ergebnis rechnet man innerhalb der nächsten zwei Wochen.
Für einen zuletzt im Freistaat sicher bestätigten Wolf liegt das Ergebnis bereits vor: Der Grauhund, der Ende März im Inntal bei Rosenheim eine Hirschkuh gerissen hatte (siehe Link unten), sei demnach im vergangenen Jahr im schweizerischen Kanton Uri erfasst worden. Es handelt sich dabei um einen jungen Rüden. Theoretisch könnte es das jetzt gesichtete Tier sein.
Das LfU vermutet seine ursprünge jedenfalls in der Schweiz: Das nächste bekannte Wolfsrudel lebt seit 2012 in der Nähe von Chur in Graubünden, aber auch im dem Allgäu benachbarten österreichischen Bundesland Voralberg komme es immer wieder zu Wolfssichtungen.
Bei dem Ereignis handelt sich laut LfU um den ersten konkreten Hinweis auf einen möglichen Wolf im Allgäu. Das Amt kam seiner Informationspflicht auch umgehend nach: „Die Behörden, Interessens- und Nutztierhalterverbände vor Ort wurden informiert“, heißt es in der Pressemitteilung dazu. Und - wie schön - ein Foto von Isegrimm war auch gleich mit dabei. Mit Pressebildern ist die Behörde ja sonst nicht so freigibig: Die Ablichtung der gerissenen Hirschkuh aus dem Inntal wollte man seinerzeit der Redaktion lieber nicht überlassen. "Diese werde nur für interne Schulungszwecke des Netzwerks Große Beutegreifer verwendet", hieß es damals von einem Sprecher.
JMB