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Die wölfischen Topnews

Wolfsopfer: Dieses Damwild wurde in einem Gatter im Landkreis Vorpommern-Greifswald gerissen. Foto: ZVG/nordkurier.de © ZVG/nordkurier.de

Wolfsopfer: Dieses Damwild wurde in einem Gatter im Landkreis Vorpommern-Greifswald gerissen. Foto: ZVG/nordkurier.de


Es vergeht inzwischen kaum ein Tag, an dem in den Medien nicht über den Wolf berichtet wird. So auch die "Lausitzer Rundschau" am Donnerstag. Die Redaktion schreibt von einem Treffen des Landwirtschaftsausschusses des Potsdamer Landtags. Bei dem Termin kam auch ein Vertreter der EU-Kommission zu Wort. Nämlich Alexander Just, er arbeitet für die "Generaldirektion Umwelt". In seinen Ausführungen habe Just den Schutzstatus der Raubtiere betont und eine potentielle Gefahr von Übergriffen auf Menschen mit der Behauptung heruntergespielt, dass es mehr tödliche Unfälle mit Kühen gebe als mit anderen Tieren. Für noch mehr Irritation sorgte er, als er von einer Gesamtpopulation von "nur 40 Wölfen" in Deutschland sprach. Erst später wurde ihm dann erklärt, dass es mittlerweile mit geschätzt fast 40 Rudeln deutlich mehr Exemplare gibt.
Erst eine Woche zuvor sorgte eine ähnliche "Experten-Einschätzung" für Kopfschütteln. Ein Rissgutachter inspizierte ein Damwildgatter bei Viereck (Kreis Vorpommern-Greifswald), in dem acht Stücke gerissen wurden. Zum Aufnahmezeitpunkt hielt der Beauftragte auch Füchse als Verursacher für möglich. Erst die Auswertung der DNS-Probe schloss Reineke als Übeltäter aus.

Abschuss soll erfolgen

Währenddessen haben in der Nacht zu Mittwoch vermutlich "Serientäter" im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree 24 Schafe gerissen, davon 23 Lämmer. Der Arensdorfer Schäfer berichtete gegenüber der "Märkischen Onlinezeitung", dass bereits zehn Tage zuvor vier seiner Tiere von Isegrim getötet wurden. Beim ersten Mal haben die Raubtiere einen Elektrozaun überwunden, dieses Mal haben sie einen Maschendraht untergraben und hochgedrückt. Auf Entschädigung braucht der Schafhalter dem Bericht zufolge nicht hoffen, da die Schutzmaßnahmen als nicht ausreichend bewertet wurden. Nun haben Mitarbeiter des Landesumweltamtes einen neuen Zaun aufgebaut.
Einen Schritt weiter sind die Verantwortlichen in der Schweiz. Da dort nachweislich ein Wolf zwischen dem 21. Januar und dem 8. Februar mehr als 40 geschützte Schafe tötete, haben jetzt die Kantone Graubünden und Tessin eine Abschussbewilligung für das Tier über 60 Tage erteilt. Die Anforderungen seien nach Auskunft des Amtes für Jagd und Fischerei bei den Eidgenossen bereits gegeben, wenn ein Vertreter der Art innerhalb von vier Wochen 25 Nutztiere reißt. Andere Länder, andere Sitten.
PM/BS
 


Benedikt Schwenen ist seit 2011 bei den dlv-Jagdmedien. Der gebürtige Emsländer beschäftigt sich überwiegend mit aktuellen und jagdpolitischen Themen.
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