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Wölfin in Tierpark erschossen

Über diesen Zaun war die Wölfin während einer Untersuchung gesprungen.


Ob Köder oder Betäubungsgewehr, Wildkamera oder Brücke ins Gehege. Die Angestellten des Biotopwildpark Anholter Schweiz (Nordrhein-Westfalen) hatten alle Tricks angewandt, um eine junge Wölfin wieder einzufangen. Bereits am 5. September war das Tier bei einer Untersuchung über eine Umzäunung gesprungen und im Park verschwunden. Der Zaun sei laut Pächterin Monika Westerhoff-Boland 2,70 meter hoch, und mit 6 000 Volt gesichert. Mehrere Tage lang wurde versucht, die Wölfin wieder zu ihrem Rudel zu bringen – ohne Erfolg. Sogar ein Wolfsexperte aus den Niederlanden wurde mit seinem Hund zu Hilfe gebeten. Fast zwei Wochen war der Park geschlossen geblieben. Nachdem sich jedoch alle Maßnahmen als erfolglos erwiesen hatten, wurde die Ausreißerin am 17. September erschossen.

Gefahr in Verzug

Noch am Vortag war laut Westerhoff-Boland versucht worden, das Tier mit Zäunen einzugrenzen. Jedoch habe es auch diese übersprungen. Bei der Aktion sei ein Helfer in den Fuß gebissen worden, dieser aber dank Stahlkappenschuhen glücklicherweise unverletzt geblieben. Man habe entschieden das Tier zu erlegen, weil inzwischen eindeutig „Gefahr in Verzug“ war, so Westerhoff-Boland weiter. Der Außenzaun des Wildparks sei nur zwei Meter hoch, und damit kein Problem für das Tier. Es sei leider sehr schwierig gewesen, genügend Personal zu bekommen, welches mit Narkosegewehren umgehen dürfe. Dem Tierpark entstanden durch die Aktion und die Schließung Kosten von 20 000 Euro. Die Zäune sollen nun noch verbessert werden.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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