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Wölfe, Jäger und Juristen

Laut einer neuen Studie lassen sich Wölfe niemals zähmen. Foto: Ingo Rothe © Ingo Rothe

Kurz nach der Verhandlung im Falle des geschossenen "Westerwald-Wolfes" legte Staatsanwaltschaft sowie Verteidigung Berufung ein. Das bestätigte der Direktor des Amtsgerichtes Montabaur, Reiner Rühmann, gegenüber der Redaktion: "Das Verfahren wird komplett neu aufgerollt." Angaben zu den Gründen müssen aufgrund des Rechtsmittels nicht eingelegt werden.
Fast zeitgleich erreichte uns die Meldung eines neuen "Westerwald-Wolfes". In drei unterschiedlichen Revieren im Hegering Hachenburg wollen verschiedene Jäger einen Wolf gesichtet haben. Nachdem der jetzt 72-jährige Wolfsschütze vor Gericht angab, dass er nichts von der Anwesenheit eines Wolfes gewusst habe und von einem wildernden Hund ausging, informierte vorsorglich der Hegering sämtliche Mitglieder.
Auch im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) soll erstmals nach hunderten von Jahren ein Grauhund wieder seine Fährten ziehen. Sechs Rehkadaver mit wolfsähnlichen Bissspuren sind für Jäger und den Leiter eines Wildparks ein klares Indiz, wie die "Hamburger Morgenpost" berichtet. Für den gesicherten Nachweis wurden Proben zur DNS-Untersuchung an ein Labor geschickt.
Apropos Wildpark. Eine amerikanische Forscherin hat eine Studie zum Thema "Zähmung von Wölfen" veröffentlicht. Ergebnis: Isegrim lässt sich niemals zuverlässig zähmen. Die US-Biologin Kathryn Lord von der University of Massachusetts hat herausgefunden, dass Wolfswelpen in den ersten zwei Wochen ihre Umgebung nur über den Geruchssinn erkunden. Erst danach folgen der Seh- und Hörsinn. Zu dieser Zeit ist die Sozialisierungsphase so gut wie abgeschlossen. Unbekannte Geräusche und Objekte sind laut Lord für Jungwölfe bedrohlich. Diese Angst legen sie meistens nie wieder ab.
BS/PB