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Wölfe: Eroberungszug gen Norden

Redaktion jagderleben
am
Donnerstag, 06.08.2015 - 02:00
Einer der zwei Wölfe, der bei Rotenburg in eine Fotofalle tappten. Foto: privat © Privat

Die Größenunterscheide der beiden Individuen auf den Bildern der Wildkamera lassen vermuten, dass es sich hierbei um eine Wolfsfähe und einen Wolfsrüden handelt. Dies deutet auf die Etablierung eines neuen Wolfsterritoriums in Niedersachsen hin, so die Landesjägerschaft. Bislang konnten im Kreis Rotenburg stets nur einzelne Wölfe nachgewiesen werden – in der Region zuletzt Ende April.
Nach dem Reproduktionsnachweis auf dem Truppenübungsplatz Munster, konnte auch auf dem Truppenübungsplatz Bergen Wolfsnachwuchs festgestellt werden. In den anderen bekannten Wolfsterritorien - auf dem Gelände Schießplatz Rheinmetall, im Raum Fuhrberg sowie im Wendland bei Gartow stehen definitive Nachweise noch aus. Aus den Kreisen Cuxhaven und Celle gibt es aber bereits Hinweise auf Nachkommen. Aus letzterem Gebiet sorgt jedoch eine vollkommen andere Meldung für Aufruhr. Ein Spaziergänger behauptet, dass einer seiner zwei Vierbeiner einer Gruppe von drei Wölfen zum Opfer gefallen ist. Die Tiere sollen seinen Chihuahua von der Leine gerissen haben und danach mit ihm geflüchtet sein. Der Kadaver wurde gestern in einem Waldstück des Wietzener Ortsteils Hornbostel gefunden, berichtet der "Norddeutsche Rundfunk". Nun sollen Untersuchungen an den Überresten klären, ob tatsächlich Wölfe für den Angriff verantwortlich sind. Ergebnisse werden erst in einigen Wochen erwartet. Fakt ist, dass definitiv vor etwa fünf Monaten Schafe von Isegrim in der Gegend gerissen wurden. Doch auch Wolfshunde könnten den Schoßhund auf dem Gewissen haben, denn diese werden in der Gemeinde gezüchtet. Bisher meldete jedoch kein Züchter den Verlust seiner Tiere.
LJN/BS

Aktualisierung vom 14. August

Pressemitteilung vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN):

Der am 5. August tot aufgefundene Chihuahua-Rüde wurde nicht von Wölfen attackiert. Die Untersuchungen des Labors für Wildtiergenetik Senckenberg im Auftrag des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) ergaben keinen Hinweis auf den „Canis lupus lupus" (europäischer Wolf). Vielmehr wiesen die Speichelreste des Angreifers, die unter anderem am Geschirr des toten Hundes sichergestellt wurden, das genetische Profil eines Hundes mit Verdacht auf Wolfhund auf.

Über zwei Haare im Maul des Chihuahuas konnte ein weiterer Canide (hundeartiges Tier) nachgewiesen werden, der offenbar an der Attacke beteiligt war. „Die Qualität der Probe reichte zwar nicht für einen kompletten genetischen Fingerabdruck, die vorhandenen Spuren schließen aber einen europäischen Wolf aus und deuten auf einen Wolfhund hin", erklärte Verena Harms vom Wolfsbüro des NLWKN am Donnerstag.

Parallel ergab die pathologische Untersuchung des toten Hundes in der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, dass dieser den Bissverletzungen erlegen war.

„Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens zwei Wolfhunde an der Attacke beteiligt waren", ergänzte Harms.