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Wölfe im Bayerischen Wald aus Freigehege ausgebrochen

Vermutlich sechs Wölfe sind aus ihrem Gehege im Nationalparkzentrum Falkenstein ausgebrochen.


In der Nacht auf Freitag sind demnach aus dem Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald bei Ludwigsthal (Landkreis Regen) Wölfe ausgebrochen. Wie den Tieren die Flucht gelungen ist, ist bisher noch nicht hundertprozentig geklärt. Fremdeinwirkung durch Dritte wird nicht gänzlich ausgeschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung dazu. Die Nationalparkverwaltung hat das weitere Vorgehen mit Polizei, Regierung von Niederbayern, Landratsamt Regen und dem Bayerischer Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz abgestimmt.

„Wir setzen mit höchstem Personaleinsatz alles daran, die Tiere wieder einzufangen“, sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Dazu werde versucht, die ausgebrochenen Wölfe anzufüttern. „Sollte das nicht gelingen, kommen Narkosegewehre zum Einsatz. Das letzte Mittel wäre aus Sicherheitsgründen der Abschuss der Tiere“, so Leibl. Ein Verbleib in freier Wildbahn ist ausgeschlossen. Ein Krisenstab, der im Besucherzentrum Haus zur Wildnis eingerichtet wurde, koordiniert die Maßnahmen.

Von den neun im Gehege lebenden Wölfen sind nach derzeitigem Stand sechs Tiere ausgebrochen. In freier Wildbahn sind die Tiere jedoch nicht lange Zeit überlebensfähig, da sie bisher ihr gesamtes Leben in menschlicher Obhut verbracht haben. Die Bevölkerung wird darum gebeten, auf keinen Fall Futter für die Wölfe zu deponieren, sich den Wölfen aktiv zu nähern oder sie zu fotografieren. Jede Sichtung soll dem Haus zur Wildnis (09922/5002-0) mitgeteilt werden. Nach Auffassung der Fachleute besteht derzeit keine Gefährdung für die Bevölkerung.

Im Jahre 1976 waren zum erstenmal Wölfe aus einem Freigehege des 1970 gegründeten Nationalparks im Bayerischen Wald ausgebrochen. Nach einem Zwischenfall mit spielenden Kindern wurden die Tiere damals zum Abschuss freigegeben und nach und nach erlegt. Bei dem Vorfall damals erlitt ein Vierjähriger eine Bisswunde ehe ältere Kinder den Buben vom Wolf wegzogen und das Tier schließlich mit Knüppeln vertrieben wurde.

Bei einem neuerlichen Ausbruch 2002 gelangten drei Jungwölfe in Freiheit von denen einer wieder eingefangen werden konnte; die beiden anderen wurden erlegt.


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