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Wölfe, Bauern und Rekorde

Vier von insgesamt fünf Wolfswelpen aus der Lübtheener Heide. Foto: WWF © WWF

Die CDU Mecklenburg-Vorpommern hat die Meldung über den ersten sicher bestätigten Wolfnachwuchs in dem nordöstlichsten deutschen Bundesland dazu genutzt, ihre Forderung zu erneuern, Isegrim ins Jagdrecht aufzunehmen. Der WWF hatte am Montag (28. Juli) Fotofallenbilder veröffentlicht, wonach das dort ansässige Rudel in der Lübtheener Heide fünf Welpen habe. Nun befürchtet die CDU-Agrarexpertin Beate Schlupp nach einem Treffen der CDU-Landtagsabgeordneten mit Vertretern des Bauernverbandes eine unkontrollierte Ausbreitung und weist verständlicherweise auf die Belange der Bauern hin, die „nicht gerade in Jubelstürme“ ausbrächen. Die Natur verfüge nicht über genügend Selbstregulierungskraft. Deshalb müsse man Bestandsgrößen festsetzen, so Schlupp weiter.
Der Pressesprecher der CDU-Landtagsfraktion, Sebastian Ehlers, erklärte auf jagderleben-Anfrage, dass man noch „rechtliche Unklarheiten“ im Umgang mit dem Wolf sehe, was z.B. das Erlösen von verletzten Tieren oder Haftungsfragen infolge von Schäden durch Grauhunde betrifft. Das sei mit dem Wolf im Jagdrecht (bei ganzjähriger Schonung) einfacher. Zum Thema Ersatzzahlungen für Nutztierrisse fügte Ehlers noch an: „Das ist keine Dauerlösung, wenn das Land immer für Schäden aufkommen muss.“ Umweltminister Dr. Till Backhaus (SPD) schloss die CDU-Forderung jedoch bereits aus.
Währenddessen wartet das Nachbarland Brandenburg mit einer Rekordzahl auf: 100 adulte Wölfe gebe es mittlerweile allein in Brandenburg, so der Präsident des dortigen Landesumweltamtes, Matthias Freude. Jene treiben sich vor allem auf Truppenübungsplätzen und Braunkohletagebauen herum. Der „Märkischen Online Zeitung“ sagte Freude ebenfalls, dass die Tiere „auch am Stadtrand von Frankfurt (Oder) und Cottbus gesehen wurden.“ Die für Haustierschäden ausgezahlte Summe sei jedoch in den vergangenen Jahren von über 15 000 Euro (2011) auf bislang 1350 Euro in diesem Jahr kontinuierlich zurückgegangen.
Ebenfalls sehr fortpflanzungsfreudig zeigen sich die Grauhunde in Niedersachsen. Wie die Landesjägerschaft (LJN) mitteilte, konnte das Gartower-Rudel mit sieben Welpen fotografiert werden. Die beiden Altttiere hatten im Wendland schon vergangenes Jahr erfolgreich sechs Nachkommen aufgezogen. Diese seien mittlerweile wohl abgewandert, so der LJN.
MW