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Wisentprojekt: Leitbulle Egnar wurde erlegt

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Montag, 30.12.2019 - 13:20
Wisent-im-Winter © Erich Marek
Die Wisente im Rothaargebirge sorgen immer wieder für Diskussionen (Symbolbild).

Der Stammvater der wiederangesiedelten Wittgensteiner Wisente (NRW) musste erlegt werden. Wie der Trägerverein des Projektes in einer Pressemitteilung berichtet, sei der Leitbulle „Egnar“ seit dem Sommer krank gewesen und hatte sein linkes Augenlicht verloren. Zur Brunftzeit im Herbst sei „Egnar“ dann immer wieder in Rangkämpfen mit seinem Sohn verwickelt worden. Dadurch verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Bullens weiter, so die Wisent-Welt. Auch von der Winterfütterung habe der junge Bulle den alten „Egnar“ in den vergangenen Wochen immer wieder vertrieben.

Den Wisent-Rangern fielen bei Kontrollgängen auf, dass der Leitbulle in der Zwischenzeit vollkommen erblindet war und sich nur noch über sein Gehör orientieren konnte. Auch habe sich der Allgemeinzustand des Wisents, der zeitweise nur noch alleine unterwegs war, zunehmend verschlechtert. In Absprache und nach Genehmigung durch den Kreisveterinär wurde „Egnar“ am 23. Dezember in Nähe des Forsthauses Homrighausen erlegt. Eigentlich hätte der Leitbulle in den kommenden Wochen in ein anderes Projektgebiet umgesiedelt werden sollen, um die genetische Vielfalt der Herde zu sichern.

Egnar: von Anfang an dabei und immer für eine Überraschung gut

Wiesentstier Egnar war beim Auswilderungsprojekt im Rothaargebirge von Anfang an dabei. Er zählte zur "Erstbesatzung" im Auswilderungsgatter. Bereits bei seiner Ankunft im März 2010 sorgte der damals dreijährige Jungbulle unter den Augen von Prominenz und Medienvertretern für eine handfeste Überraschung (siehe Video unten):

"Egnar"-Präparat soll ausgestellt werden

Das Wisent-Projekt im Rothaargebirge gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Im Sommer diesen Jahres hatte man drei Kühe aus dem Donaumoos erworben, um die Herde im Besucherareal zu erweitern. Die Kühe starben jedoch in ihrem neuen Zuhause an Folgen von Rangkämpfen.

Den Waldbauern in der Region sind die Wildrinder ein Dorn im Auge. Sie beklagen steigende Schäden in ihren Waldgebieten. Der Bundesgerichtshof wollte im Juli jedoch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Wisente treffen. Das Oberlandesgericht Hamm muss sich nun im kommenden Jahr mit der Zukunft der Tiere beschäftigen.

"Egnar" soll nun als Präparat erhalten und in einer Erlebnisausstellung der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.