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Wisente: Spendenaufruf für Ablenkfütterung

Ein Urteil mit Folgen – auch für Wolf, Luchs und Co.?


Der Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein e.V. hatte auf Facebook und auf seiner Homepage einen Spendenaufruf gestartet. Man benötige Gelder, um Fütterungen für die Tiere anzulegen und sie damit davon abzuhalten, Bäume zu schälen oder anderweitig zu Schaden zu gehen. Wie Dr. Michael Emmrich, Pressesprecher des Vereins gegenüber der Redaktion erklärte kamen bislang etwa 2000 Euro und einige Futterspenden zusammen. Insgesamt würden für die Fütterung der Wisente etwa 6000 Euro pro Jahr benötigt. Man sei mit der Höhe der Spenden zufrieden. Auch sei es schön, dass viele kleine Spenden eingegangen seien.

Jagdgesetz verbietet frühere Fütterung

Allerdings hätten die Tiere bereits im November an einem offenen Silo auf einem Bauernhof die Silage gefressen. Der Landwirt werde für den Schaden entschädigt. Außerdem habe man auf eigene Kosten einen Zaun um das Silo errichtet, erklärt Emmrich. Mit der Ablenkungsfütterung sollen die Wisente künftig am Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen) gehalten werden, um weitere Schäden im Sauerland zu verhindern. Allerdings dürfe man laut Landesjagdgesetz erst ab dem 1. Januar eines Jahres füttern, so Emmrich weiter. Da in der Gegend meist früh Schnee falle, sei es deshalb schwierig, die Tiere davon abzuhalten Bäume zu schälen, oder uneingezäunte Silage zu fressen.

Das ökologische Jagdgesetz, welches 2015 in Kraft getreten ist, hat die Fütterungszeiten eingegrenzt. Früher durfte Schalenwild vom 1. Dezember bis zum 30. April gefüttert werden. Inzwischen ist es außerhalb von Notzeiten nur noch vom 1. Januar bis zum 31. März erlaubt. PM

 

In diesem Video wird die Auswilderung der Wisente begleitet:


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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