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Wisente im Rothaargebirge bald hinter Zaun?

Die Wisente im Rothaargebirge stehen in Zukunft möglicherweise hinter einem Zaun (Symbolbild).


Es scheint einen Kompromiss um die Wisente im Rothaargebirge (Nordrhein-Westfalen) zu geben. Bei einem Treffen zwischen der NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) und den betroffenen Streitparteien am gestrigen Mittwoch, präsentierten die Beteiligten eine Übergangslösung. Das Projektgebiet soll von aktuell 4.300 Hektar auf etwa 1.500 Hektar verkleinert werden. Der größte Anteil des zukünftigen Wisentgebietes ist dabei Staatswald. Doch auch die Wittgenstein-Berleburg‘sche Rentkammer unterstützt diesen Lösungsvorschlag und stellt knapp 300 Hektar Wald für die Projektfläche zur Verfügung.

Lenkungsfütterungen und Zäune sollen Wisente in Schach halten

Fütterungen sollen die Boviden im Projektgebiet halten. Dies war bereits in der Vergangenheit angedacht, scheiterte aber unter anderem am ökologischen Jagdgesetz in NRW. Durch das neue Jagdgesetz, welches zum 13. März 2019 in Kraft getreten ist, darf Schalenwild wieder vom 15. Dezember bis 30. April gefüttert werden.

Der Landrat des betroffenen Landkreises Siegen-Wittgenstein kündigte zudem einen durchlässigen Wildzaun an, der verhindern soll, dass die Wildrinder Schälschäden in Privatwäldern verursachen. Wie dieser Zaun genau aussehen soll und wo sich dieser befinden wird, ist laut Aussage eines Sprechers der Wisent-Welt Wittgenstein allerdings noch unklar. Bei den geplanten Maßnahmen handle es sich vorerst um Übergangslösungen. In den nächsten drei bis fünf Jahren soll mit Hilfe eines unabhängigen Gutachtens endgültig über die Zukunft des Projektes entschieden werden.

Seit der Auswilderung im Jahr 2013 führt das Artenschutzprojekt immer wieder zu massiven Streitigkeiten. Zahlreiche Gerichtsverfahren mit Waldbauern, selbst bis vor das Bundesverfassungsgericht, waren die Folge. 

 

Dieses Video entstand bei der Auswilderung der Wisente:


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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