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Wisente bleiben frei, vorerst

Auf freiem Fuß: Eine Wisentkuh mit Bullen im Rothaargebirge. Foto: W. Martin © W. Martin

Auf freiem Fuß: Eine Wisentkuh mit Bullen im Rothaargebirge. Foto: W. Martin


Er wollte per einstweiliger Verfügung den Trägerverein verpflichten, die frei lebenden Tiere von seinem Grundstück fernzuhalten. Jetzt ist das Urteil des Amtsgerichtes Schmallenberg aus dem Herbst, das ihm Recht gegeben hatte, aufgehoben und die Berufung des Trägervereins somit erfolgreich.
Grund für den Rückzieher ist ein Formfehler: Der Kläger hatte die Einstweilige Verfügung zwar dem Wisent-Trägerverein zukommen lassen, nicht aber dessen Prozessbevollmächtigten, Rechtsanwalt Stephan Hertel. Was aus juristischer Sicht absolut unverzichtbar ist. Schon allein daran könne die Einstweilige Verfügung scheitern, argumentierte der Vorsitzende der Kammer des Arnsberger Landgerichts, der noch einen weiteren Punkt ergänzte. Eine gerichtliche Verfügung greife dann, wenn eine Existenzbedrohung vorliege. „Das sehen wir hier nicht.“ Zudem habe der Kläger nicht, wie es ein Eilverfahren erfordere, sofort reagiert, sondern die Schäden eine Zeit lang hingenommen. Was Kläger Vogt nicht fassen kann. Er habe sich zunächst darauf verlassen, dass der Trägerverein sich darum kümmere, weitere Schäden in seinen bis zu 160 Jahren alten Buchenbeständen zu verhindern. Doch das sei nicht der Fall gewesen.
Übrig bleiben die Klagen der beiden Waldbauern Georg Feldmann-Schütte und Georg Droste gegen den Wisent-Trägerverein, die ebenfalls verhindern wollen, dass die Wisente ihre Wälder betreten. Sie haben direkt das Landgericht Arnsberg angerufen. Ihre Verhandlungen sind für den 27. März terminiert. Dann gehe es zweifelsfrei um inhaltliche Fragestellungen, so Richterin Dorina Henkel, Pressesprecherin des LG Arnsberg. Wisentprojekt-Vorstandsmitglied Johannes Röhl kann daher noch nicht aufatmen. Wisentbefürworter wie –gegner erwarten nun gespannt den Ausgang dieser Verfahren ab.
PB