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Wintergatter-Abschüssejetzt gestartet

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Freitag, 29.03.2013 - 01:10
Wie wird das eingeschlossene Rotwild auf die Abschüsse reagieren? Experten befürchten das Schlimmste. Foto: BS © BS
Wie wird das eingeschlossene Rotwild auf die Abschüsse reagieren? Experten befürchten das Schlimmste. Foto: BS

Insgesamt sollen in neun Landkreisen an der Alpenkette 358 Stück Rotwild getötet werden. Mehrere Eigenjagdbesitzer und Wintergatter-Betreiber laufen Sturm. Sie haben gegenüber der Redaktion angekündigt, dass es in ihren Gattern keinen einzigen Abschuss mehr geben wird. Massenweise hätten die Jäger bereits freiwillig Beprobungen abgeliefert. Ergebnis: keine signifikante Durchseuchung. Zuständig für die Durchsetzung der Abschüsse sind in solchen Fällen die Landkreise. Vermutlich werden dann bestellte Jäger eingesetzt. Auch dagegen werde man sich wehren, so die Betroffenen.
Schützendeckung kommt vom Bund Bayerischer Berufsjäger. Er verurteilte in einer Pressemitteilung die Maßnahme. Vor allem werfe der dadurch ausgelöste massive Stress bei hoch trächtigen Stücken tierschutzrechtliche Bedenken auf. Davon abgesehen, könnten laut Experten die im Gatter eingeschlossenen Tiere von Panik getrieben die Zäune durchbrechen.
Die Entnahmen sollen in allen 50 Wintergattern erfolgen, so Claudia Schuller, Pressesprecherin des LGL. Die Höhe variiert je nach Rotwildvorkommen in den Gattern. Im Berchtesgadener Land (BGL) sind beispielsweise 15 Proben fällig – Gesamtbestand 168. Gleichzeitig teilt das Landratsamt BGL mit, dass es bei den Rindern bisher keine Untersuchungen gegeben hat.
Der Umfang der Maßnahme wurde von einem Expertenstab (vom LGL ins Leben gerufen) statistisch ermittelt. Auf die Meinung sowie das Wissen von Jagdexperten hat man dabei verzichtet. "Damit nichts verschwendet wird, kann Rotwild, das negativ getestet wurde, verwertet werden", versucht das LGL die Gemüter zu beruhigen. Auch würden die Entnahmen tierschutzgerecht ablaufen. Neben den Rotwild-Beprobungen sollen zeitgleich 1.000 Rinder getestet werden.
BS