+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.916 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 24.5.2022) +++
Home News Wildunfall-Pilotprojekt: Neue Wildwarner erweisen sich als Flop

Wildunfall-Pilotprojekt: Neue Wildwarner erweisen sich als Flop

Reinhard Schneider
am
Mittwoch, 06.04.2022 - 09:11
Wildunfall © Ferenc Cegledi – stock.adobe.com
Wildwarner sollen helfen Wildunfälle zu vermeiden. (Symbolbild)

Äußerst medienwirksam wurde 2018 vom damaligen Verkehrsminister Sachsen-Anhalts, Thomas Webel (CDU), ein Pilotprojekt zur Reduzierung von Wildunfällen gestartet. An vier Teststrecken in den Landkreisen Börde, Salzwedel, Stendal und der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau wurden neuartige elektronische Wildwarn-Reflektoren aufgestellt, die sowohl optische als auch akustische Signale aussenden. Die Kosten lagen bei 60.000 Euro. Die Erwartungen waren groß, man versprach sich 70 bis 80 Prozent weniger Wildunfälle.

Jetzt ist der Test beendet, die Wildwarner sind abgebaut und das Fazit des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales fällt mehr als enttäuschend aus. Nach Angaben von Peter Mennicke, Pressesprecher des Ministeriums, gingen die Wildunfallzahlen auf den Teststrecken nur gering oder gar nicht zurück. An manchen Abschnitten erhöhten sie sich sogar zwischenzeitlich. Das Ministerium benennt als Hauptursache der hohen Ausfallquote die nicht ausreichende Stromversorgung der Wildwarner durch die Solarkollektoren.

Fehlende Pflege

Eine der total zugewachsenen Wildwarnersäulen.

Die Jäger kommen zu einer ganz anderen Einschätzung. Das die Geräte nicht funktioniert haben, führt Michael Mitsching, Kreisjägermeister von Dessau-Roßlau, auf die mangelnde Pflege der Anlage zurück, denn ein regelmäßiges Freischneiden der Solarmodule erfolgte nicht. Von daher könne man von einer Anlage die nicht richtig gepflegt werde auch nicht erwarten, dass sie funktioniere, sagt er. Zu ähnlichen Einschätzungen kommen auch Jagdpächter entlang der anderen drei Testrecken im Land. Am Ende hat der Test für alle vier Strecken laut Ministerium 110.000 Euro gekostet. Ob die teure Technik noch einmal irgendwo zum Einsatz kommt, ist ungewiss.


Kommentieren Sie