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Wildunfälle: Zoo verfüttert Fallwild an Raubtiere

Wolfsrudel-Beute-Reh © Xaver Klaussner - stock.adobe.com

Tote Rehe aus Verkehrsunfällen werden im Tierpark Dählhölzli an die Raubtiere verfüttert.


Raubtiere benötigen Fleisch zum Überleben. Eine Regel der Natur. Die Besucher des Tierparks „Dählhölzli“ in Bern (Schweiz) staunen dennoch nicht schlecht, wenn im Wolfsgehege hin und wieder ein totes Reh liegt. „Wenn man mit den Besuchern redet und ihnen das erklärt, verstehen sie es auch“, erzählt Hubert Marbacher, Sektionsleiter Tiere, der Redaktion. Der Tierpark verfüttert verendete Rehe aus Verkehrunfällen an alle seine Raubtiere.

Lieferung rund um die Uhr

Wildhüter oder Kantonspolizei geben meist das Fallwild ab. Etwa alle zwei Wochen werde ein Reh als Futtermittel angeliefert. Manchmal, so Marbacher, gebe es auch Tage, da wird fast täglich eines geliefert. Der Tierpark hat für die Anlieferung eine Kühlzelle bereitgestellt, sodass Wildhüter und Polizei die tote Tiere jederzeit dort abgeben können. Anschließend führt der parkeigene Tierarzt eine Fleischuntersuchung durch. Erst wenn keine bedenklichen Merkmale festgestellt wurden, darf das Fallwild als Futter genutzt werden. Laut Marbacher seien die toten Beutetiere besonders wertvoll. Diese beinhalten alle notwendigen Nährstoffe für ein Raubtier. Außerdem muss es dafür arbeiten satt zu werden.

Andere Länder, andere Sitten

Diese Art der Fütterung stellt eine Besonderheit dar. Auf Nachfrage der Redaktion bei anderen Tierparks in Deutschland hieß es, dass das Fleisch für Großraubtiere ausschließlich zugekauft werde. Pressesprecher Christoph Schwarz des Münchner Tierparks Hellabrunn fügt hinzu, dass jeder Zoo oder Tierpark einen speziellen Speiseplan für die Tiere besitzt. Daher gehe auch jeder mit der Art der Fütterung anders um. Das Verfüttern der toten Rehe wie in Bern, findet Schwarz eine gute Idee.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.