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Wildtierstiftung startet Rotwildkampagne in Bayern

Der DWS-Kampagnen-Flyer. © DeutscheWildtierStiftung

Der Rothirsch fristet in Bayern – von wenigen Ausnahmen wie dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr abgesehen – ein wenig artgerechtes Leben. „Doch die Menschen in Bayern wissen nicht, wie schlecht es wirklich um ihn steht! Deshalb wollen wir die Öffentlichkeit mit unserem Kampagnenmotiv aufrütteln“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.
Der Rothirsch ist vor der blau-weißen bayerischen Raute mit dem Schriftzug „Unfrei im Freistaat“ abgebildet. „Ein Bild, das aufrütteln soll“, so Baron Münchhausen. Er betont: „Wir fordern Freiheit für den Rothirsch im Freistaat!“ Wie all die anderen Wildtiere soll sich der Rothirsch seinen Lebensraum selbst suchen dürfen. Verlässt Rotwild heute die ihm zugewiesenen Gebiete, müssen die Tiere erlegt werden. Im Jagdgesetz des Freistaates Bayern steht wörtlich: „Jagdreviere, soweit sie außerhalb eines Rotwildbezirke liegen, sind rotwildfrei zu machen und zu halten.“
Die Rotwildbezirke wurden auf Druck der Forstwirtschaft aus Sorge vor Schäden eingerichtet. Die enge Begrenzung der Lebensräume geht in Bayern mit unverantwortlich langen Jagdzeiten einher. „Die Jagd im Januar und die in manchen Regionen übliche Jagd zur Nachtzeit muss aufhören“, fordert Münchhausen. „Beides verschärft den durch die Jagd verursachten Stress für die Tiere.“ Die Folgen sind fatal: Das Rotwild zieht sich immer weiter in dichte Waldteile zurück und fängt dort an, Bäume zu schälen.
Für die Deutsche Wildtier Stiftung ist der Umgang mit Rotwild in Bayern nicht zeitgemäß, die Begrenzung von politisch festgelegten Lebensräumen nicht vertretbar! In Bundesländern mit flächendeckender Rotwildverbreitung wie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wird sehr erfolgreich Forstwirtschaft betrieben. „Daher muss es auch in Bayern zukünftig `Wald mit Wild` und nicht `Wald vor Wild` heißen“, fordert Baron Münchhausen.
Das Motiv „Unfrei im Freistaat“ erscheint Ende November zum ersten Mal in den auflagenstärksten bayerischen Zeitungen des Landes sowie über 32.000 Mal auf den Info-Screens an U-Bahnhaltestellen. Zusammen mit dem Bayerischen Jagdverband veranstaltet die Deutsche Wildtier Stiftung zudem vom 1. bis 3. Dezember 2010 in München ihr 5. Rotwildsymposium.
Informationen rund um den Rothirsch, die aktuelle Verbreitungskarte in Deutschland sowie das Programm des 5. Rotwildsymposiums finden Sie hier. DWS