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Wildtierregulierungauch im Nationalpark

Rotwild: In vielen deutschen Nationalparken beheimatet. Foto: B. Dittrich/ Europarc Deutschland © B. Dittrich/ Europarc Deutschland

So sieht es zumindest die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Nationalparke bei Europarc Deutschland, die ein Positionspapier vorgelegt hat, in dem es heißt: "Überhöhte Schalenwildpopulationen stellen einen vom Menschen verursachten Faktor dar, der dem Ziel des Prozessschutzes in Nationalparks entgegensteht und die natürliche Artenzusammensetzung negativ beeinflussen kann."
Der Eingriff in Wildtierpopulationen muss sich allerdings streng am Schutzzweck orientieren. Nach Ansicht der Verfasser unterscheidet sich das so grundlegend vom herkömmlichen Jagdwesen mit seinen Hege- und Erntevorstellungen, dass in Nationalparks von einer "Wildtierregulierung" gesprochen wird. Das Wildbret darf man verwerten, die Trophäe darf aber nicht bei Hegeschauen gezeigt werden. Zur Reduktion überhöhter Schalenwildbestände, zur Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher oder naturnaher Waldbestände sowie in Einzelfällen auch zum Schutz gefährdeter Tierarten darf reguliert werden, jedoch nie auf Wasser- und Watvögeln.
"Zur Durchführung der Wildtierregulierung sind diejenigen Methoden auszuschöpfen, die eine effektive Regulierung ermöglichen und die zugleich eine Minimierung des Störungseffekts und eine optimale Berücksichtigung des Tierschutzes gewährleisten", heißt es in dem Positionspapier. Die beteiligten Jäger sind regelmäßig in nationalparkspezifischen Themen fortzubilden. Die Schießfertigkeit ist jährlich nachzuweisen.
Immerhin: "Die Nationalparkverwaltungen sollen mit Hegegemeinschaften und regionalen Organisationen der Jägerschaft vertrauensvoll und eng kooperieren, um auch das Verständnis für die Nationalpark-Ziele zu fördern", heißt es in dem Text abschließend.

Das Papier stellt eine Neufassung einer erstmals im Jahre 2003 veröffentlichten Positionierung zum Thema "Wildtierregulierung in Nationalparken" dar. BHA/RJE