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Wildschweine aus Tierpark entfernt

Schweine statt Sauen: Chaco-Pekaris, die neuen Bewohner im Geheges des Berliner Tierparks. Foto: Tierpark Berlin


"Zwei angeheuerte Jäger postierten sich außerhalb des Geheges: durchladen, zielen, Schuss: Nach rund einer halben Stunde war die Wildschwein-Familie tot​" schildert "Bild-online" in drastischen Worten das Geschehen Mitte September im Berliner Tierpark (nicht zu verwechseln mit dem Zoo Berlin). Seit der Eröffnung der Anlage im Jahre 1955 waren Tiere dieser Art im Park „heimisch“. Warum wurden sie jetzt getötet fragt sich das Hauptstadtpublikum?
Ja, warum eigentlich? jagderleben hat bei Claudia Bienek, Pressesprecherin des Parks, nachgefragt und die Hintergründe erfahren: Das Gehege werden zukünftig Chaco-Pekaris (südamerikanische Nabelschweine) beziehen. Eine stark bedrohte Schweineart. Mit deren Haltung helfen die Berliner dabei mit, eine Reservepopulation zu schaffen, da es nur noch geschätzte 3000 bis 4000 Tiere im Freiland gebe.
Außerdem: Heimische Arten gehören in einen Wildpark. Im berliner Tiergehege war die Haltung aber schon historisch bedingt, da man zur Eröffnung nicht vieler „Exoten“ habhaft werden konnte, griff man seinerzeit auf heimische Arten zurück.
Dennoch habe man sich um eine andere Lösung bemüht und im Vorfeld immer wieder versucht, die Schweine wo anders unterzubringen: „Die Vermittlung bei dieser Tierart ist natürlich sehr schwierig, da die bestehenden Halter alle selbst genügend Tiere halten und es ferner kaum noch Tiergärten gibt die neu mit der Haltung beginnen“, so Bienek zur Erklärung, warum dies nicht gelang.
Bleibt noch die Frage nach dem Verbleib der zehn geschossenen Sauen: Ja, sie wurden verfüttert! Als Teil einer (fast) natürlichen Nahrungskette dienten sie den Greifvögeln im Park als Atzung.
MH