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Wildschweine gewildert: Jäger zu Geldstrafe verurteilt

Kathrin Führes © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Donnerstag, 27.01.2022 - 17:25
Waffe-im-Anschlag © Irina Volkova - stock.adobe.com
Um zwei angebliche Wildereifälle ging es nun vor dem Landgericht Würzburg.

Das Landgericht Würzburg hat einen Jäger zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.250 Euro verurteilt. Gegenstand der Verhandlung waren zwei Wildschweine, die der Angeklagte ohne Erlaubnis im April 2020 im Nachbarrevier erlegt haben soll. Das Amtsgericht Gemünden hatte den Waidmann bereits im vergangenen Jahr wegen Wilderei zu einer Geldstrafe von 5.100 Euro verurteilt, wogegen der Jäger in Berufung gegangen war.

Gericht bezweifelte Echtheit von Begehungsschein

Wie die „Main-Post“ berichtet, hatte der Angeklagte in der Vergangenheit im Nachbarrevier einen befristeten Begehungsschein gehabt, dieser sei jedoch abgelaufen und nicht mehr erneuert worden. Trotzdem habe der Jäger Wildschweine gejagt. Der Revierpächter habe davon erfahren und auch selbst nachts die Schüsse wahrgenommen.

Zunächst hatte der Angeklagte die Jagd im Nachbarrevier bestritten, später die Tat gestanden und sich entschuldigt. Später gab der Jäger dann an, er sei berechtigt gewesen, in dem Revier zu jagen. Den angeblichen Begehungsschein konnte er jedoch im ersten Prozess nicht vorlegen. Das Schriftstück hatte der Angeklagte angeblich erst nach der Verhandlung in einem Aktenordner entdeckt, jedoch bezweifelten Staatsanwaltschaft und Gericht die Echtheit – unter anderem aufgrund zahlreicher Rechtschreibfehler, so die „Main-Post“ weiter.

Verfahren in einem Fall wurde vorläufig eingestellt

Nach sechs Stunden zäher Verhandlung im Berufungsverfahren hatte dann der Verteidiger schließlich das Gericht und die Staatsanwaltschaft informiert, dass man die Berufung nur noch auf die Rechtsfolgen, also die Strafe, beschränke. Das Gericht stellte den Fall in Bezug auf eines der mutmaßlich gewilderten Wildschweine vorläufig ein, da man davon ausging, dass der Angeklagte den Schwarzkittel in seinem eigenen Revier beschossen, nachgesucht und dann im Nachbarrevier erlegt hatte. Für die Erlegung des zweiten Stücks verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 25 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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