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Wildschwein-Massaker

So wurden die Stücke am nächsten Tag auf dem umgebrochenen Rapsacker aufgefunden.


Die Polizei Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) ermittelt gegen Jäger einer Pächtergemeinschaft. Ihnen wird vorgeworfen gegen das Bundesjagd- und Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Mitte Mai hatte ein örtlicher Agrarbetrieb entschieden, einen Rapsschlag umzubrechen. Als der beauftragte Traktorfahrer den Schlag befuhr, stellte er angeblich rund 100 Wildschweine fest. Er entschloß sich daher, die zuständigen Jäger anzurufen.

In der Folge sollen durch den Maschineneinsatz mehrere Sauen angefahren und getötet worden sein. Die anwesenden Jäger hätten währenddessen 30 bis 50 Schuss abgegeben. Am Ende nahmen sie einen Teil der Strecke (ungefähr 15 Sauen) mit. Weitere Stücke sollen demnach einfach auf dem Acker verblieben sein. Auch Nachsuchen hätten nicht stattgefunden.

Unter den liegengelassenen Stücken waren auch offensichtlich führende Bachen. © privat

Unter den liegengelassenen Stücken waren auch offensichtlich führende Bachen.

Am nächsten Tag sah sich ein Jäger, der nicht der Pächtergemeinschaft angehört und durch Anwohner aufmerksam gemacht wurde, den Acker näher an. Verstreut lagen dort 15 bis 20 tote Sauen und Aufbrüche. Nur ein Teil der Kadaver wies Schussverletzungen auf. Darunter waren auch führende Bachen.

Er informierte das Ordnungsamt und die Veterinärbehörde. Diese sicherten Beweise und ordneten die Entsorgung an. Insgesamt kamen etwa 30 Sauen zu Tode. Wie viele davon erlegt, vom Traktor getötet wurden oder auf andere Weise verendeten, ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. RS


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