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Wildschwein liegt tagelang an der Bundesstraße

In Zeiten der ASP-Gefahr sollte man bei Schwarzwild besondere Vorsicht walten lassen (Symbolbild).


Besorgte Bürger aus Plaue an der Havel (Brandenburg) machten die Polizei auf ein totes Wildschwein an der Bundesstraße aufmerksam. Danach passierte tagelang nichts, wie die „Märkische Allgemeine“ berichtete. Auf Nachfrage erklärte die Polizei, es liege kein „polizeilicher Sachverhalt“ vor, das Tier stamme nicht von einem Wildunfall. Für die Bergung seien Jagdpächter oder Straßenmeisterei zuständig.

Die Straßenmeisterei wurde nach Aussage eines Sprechers jedoch nicht hinzugezogen. Die Untere Jagdbehörde konnte den Sachverhalt schließlich klären: Das tote Tier sei über ein Onlineportal gemeldet worden, jedoch habe es Abstimmungsschwierigkeiten gegeben, auf welchem Gemeindegebiet und damit in welchem Zuständigkeitsbereich das Wildschwein genau liege. Der schließlich informierte Jagdpächter der Nachbargemeinde entfernte das Tier umgehend.

Der Fall zeigt, wie sensibel die Öffentlichkeit im Zuge der ASP-Gefahr auf Fallwild reagiert. Hier ist rasches Handeln Pflicht! Woran das Wildschwein verendet ist, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Aneignungsrecht bei Wildunfällen

Der Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer hat im Fall verendet aufgefundenen Wildes immer das Aneignungsrecht. Daraus ergibt sich jedoch keine Pflicht zur Aneignung. Verzichtet der Jagdausübungsberechtigte auf sein Aneignungsrecht, übernimmt im Normalfall der zuständige Straßenbaulastträger die Beseitigung von Unfallwild. Jedoch kann der Jäger nicht pauschal auf sein Aneignungsrecht verzichten, er muss für jeden Einzelfall befragt werden. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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