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Wildschwein gewildert: Bache mit Bolzen getötet

Fokko Kleihauer © Fokko Kleihauer
Fokko Kleihauer
am
Sonntag, 08.05.2022 - 15:21
Eine Bache liegt auf dem Boden mit Bolzen im Rücken © Peter Hemmerden
Der Wilderer erwischte die Bache im über dem Leben in der Schulter.

In Kleinmachnow (Brandenburg) wurde ein Wildschwein mit einer Armbrust gewildert. Schon krank geschossen habe sich die Bache, begleitet von einer anderen Bache, vor einem Grundstück ins Wundbett gelegt. Als die Eigentümerin aus dem Haus trat, flüchteten die beiden Schwarzkittel in ein nahegelegendes Waldstück. Die Anwohnerin alarmierte die Polizei.

Im Wald erlöste schließlich Jagdpächter Peter Hemmerden die hochträchtige Bache. "Der Armbrustbolzen war aus Plastik und viel zu leicht. Er steckte im Schulterblatt. Das war Wilderei und Tierquälerei" ärgerte sich der 60-Jährige. Wer als Täter in Frage kommt, weiß Hemmerden nicht. "Ich vermute entweder einen verärgerten Anwohner oder ein Wilderer." Die Polizei verwies gegenüber der Redaktion auf die laufenden Ermittlungen.

Bache war bekannt

Der leichte Plastikbolzen knickte nach einem Knochentreffer ab.

In Kleinmachnow waren die beiden Bachen bekannt, da sie auch tagsüber durch die Siedlung streiften. „Wenn ich abends zwischen 18 und 20 Uhr an einer bestimmten Straße entlang lief wusste ich, dass ich die beiden treffe“ erzählt Anwohnerin Stefanie Störl der Redaktion.

Die Wilderei schockiert sie, eigentlich hätten sich die Anwohner an die zahlreichen Wildschweine im und um den Ort gewöhnt. Sogar Spitznamen hatte die beiden laut Störl: Ernie und Bert. „Eine der beiden Sauen sehe ich immer noch durchs Dorf streifen."

Peter Hemmerden sorgt die fehlende Scheu vor dem Menschen. Als er die kranke Bache erlöste, entfernte sich die zweite beschlagene Bache nur 30 Meter und sicherte. "Das ist kein normales Fluchtverhalten, die Sauen sind zu sehr an den Menschen gewöhnt". 

Bogenjagd scheiterte zuvor in Kleinmachnow

Die hohe Zahl an Sauen in Kleinmachnow ist schon seit Jahrzehnten ein Problem. Immer wieder brechen die Schwarzkittel die Vorgärten der Anwohner um. Viele haben deswegen hohe Zäune. Die Bejagung ist allerdings schwierig. In dem dicht besiedelten Revier ist der Gebrauch von Büchsen oft nicht möglich, die Gefährdung von Menschen kann oft nicht ausgeschlossen werden.

2019 wollte Pächter Hemmerden deswegen mit einer Sondererlaubnis und einem Hightechbogen auf Saujagd gehen. Im letzten Moment scheiterte der Versuch, da keine wissenschaftliche Begleitung des Projekts gefunden wurde. 


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