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Wildkatze von Hund gerissen

Diese junge Wildkatze wurde vermutlich Opfer eines freilaufenden Hundes.


Viele Naturschutzgebiete (NSG) schreiben eine Leinenpflicht für Hunde vor. So auch im Thomasstollen bei Lahr (Baden-Württemberg). Leider wird dieses Gebot häufig nicht ernst genommen. Wenn die Halter von Jägern darauf hingewiesen werden, müssen diese oft mit wüsten Beschimpfungen rechnen, erklärt Kreisjägermeister Dr. Wolfgang Lauer gegenüber der Redaktion. Die Gefährdung seltener Wildtiere wird billigend in Kauf genommen.

Dieser Leichtsinn hat nun eine junge Wildkatze das Leben gekostet. Das tote Tier wurde bereits im Mai von einem Jäger entdeckt und zur Untersuchung an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Freiburg gebracht. Die Obduktion brachte jetzt das Ergebnis, dass der Kater Bissverletzungen erlegen war. „Ein Bisstöter, wie Fuchs oder Dachs würde das erbeutete Tier nicht einfach liegen lassen“, so Dr. Lauer. Damit liege ein Hund als Täter sehr nahe.

Hauskatzen sind ein Problem

Bereits seit Längerem sei bekannt, dass Wildkatzen in der Gegend leben. Dies hätten DNS-Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) bestätigt. Die Tiere könne man vor allem in der Zeit der Aufzucht häufiger beim Ansitz beobachten. Leider würden sich jedoch auch des Öfteren freilaufende Hauskatzen in dem NSG aufhalten. Eine mögliche Verpaarung von Wild- und Hauskatzen stellt eine Gefährdung für den Bestand der seltenen Tiere dar.

In Baden-Württemberg sind den Jägern seit Inkrafttreten des Jagd-und Wildtiermanagementgesetz im Jahr 2014 im Bezug auf wildernde Hunde und freilaufende Katzen weitestgehend die Hände gebunden. SBA


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