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Wildkaninchen als „stark gefährdet“ eingestuft

Christian Liehner © Christian Liehner
Christian Liehner
am
Sonntag, 29.12.2019 - 16:22
Wildkaninchen-Stoppelfeld © Erich Marek
In Frankreich, Spanien und Portugal ist das Kaninchen bereits als „stark gefährdet“ eingestuft.

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat ihre „Rote Liste“ der bedrohten Arten aktualisiert. Neben mehreren Erfolgsmeldungen von Tierarten die sich erholt haben, wächst die Liste auf mehr als 110.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen mehr als 30.000 akut vom Aussterben bedroht sind.

Chinaseuche: Kaninchenbesätze bedroht

Erstmals ist das europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) als „stark gefährdet“ gelistet. Zwar ist die Population des Wildkaninchens insgesamt groß, in seinem Stammgebiet in Spanien, Portugal und Südfrankreich grassiert jedoch eine neue Viruswelle der Chinaseuche mit enormen Verlusten. Die Kaninchenzahl hat sich dort um mehr als 70 % verringert.

Seit den 1980er Jahren ist die Chinaseuche bereits mehrfach in Europa aufgetreten, ihre Mortalität liegt je nach Virusstamm bei 5-100%. Das hat auch Auswirkungen auf andere Tierarten, die auf das Kaninchen als Beute angewiesen sind. Dazu gehören vor allem der stark gefährdete Pardelluchs und der Spanische Kaiseradler.

Immer wieder Seuchenzüge in Deutschland

In Deutschland verursachten bereits in den 1990er Jahren Myxomatose und Chinaseuche starke Rückgänge der Kaninchenbesätze. In Niedersachsen als klassischem Niederwildland gingen die Jagdstrecken auf Kaninchen in dieser Zeit um 85% zurück. Seitdem erholten sich die Besätze jedoch wieder. Die aggressive Virusvariante der Chinaseuche RHDV-2 die gerade in Frankreich grassiert, konnte jedoch auch bereits in Deutschland nachgewiesen werden.