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Wildkamera gestohlen – gefeuert und vor Gericht

Das Verfahren gegen den Wildkamera-Dieb wurde gegen Wiedergutmachung und Sozialstunden eingestellt (Symbolbild).


Der Diebstahl von vier Wildkameras im Schönaicher Wald (Landkreis Böblingen, Baden-Würrtemberg) hat für einen 37-Jährigen nun weitreichende Konsequenzen. Wie die Kreiszeitung „Böblinger Bote“ berichtet, war der 37-Jährige Anfang November im Wald unterwegs und ging seinem Hobby „Geo-Caching“ nach. Bei dieser modernen Schnitzeljagd werden versteckte Gegenstände mittels GPS-Sender aufgespürt. Als er vier Wildkameras, die der dortige Jagdpächter an Bäume befestigt hat, findet, glaubt er am Ziel seiner Suche zu sein und packt die Kameras ein. Dem Jagdpächter waren in der Vergangenheit bereits Wildkameras entwendet worden, daher hatte er eine der Kameras mit einem GPS-Sender versehen. Die hinzugerufene Polizei konnte den Dieb rasch orten und erlebte bei der Durchsuchung der Wohnung eine Überraschung. Die Beamten fanden nicht nur die vier Wildkameras im Wert von rund 1500 Euro, sondern auch eine erntereife Marihuana-Plantage sowie eine Schweiß-Paste, die der 37-jährige bei seinem Arbeitgeber hatte mitgehen lassen.

Jagdpächter setzt sich für mildes Urteil ein

Sein Arbeitgeber entließ den Mann nach 19 Arbeitsjahren fristlos und der Prozess vor Gericht, in dem der Marihuana-Anbau verhandelt wird, steht noch aus. Beim Diebstahl-Verfahren lies der Richter, auch auf Bitte des Jagdpächters und mit Hinblick auf das noch ausstehende Verfahren, Gnade walten. Man einigte sich auf eine Einstellung des Verfahrens unter Auflage von 2000 Euro Schadensersatz und 100 Stunden soziale Arbeit. 


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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