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Wildernder Hund durch DNA-Analyse überführt

DNA-Tests werden immer günstiger. Foto: NiDerLAnder/fotolia<p> © NiDerLAnder/fotolia

Immer wieder fallen Rehe und andere Wildtiere dem Jagdtrieb streunender beziehungsweise nicht angeleinter Hunde zum Opfer. In der Regel konnten die Hunde bzw. deren unaufmerksame Halter nicht ermittelt werden. Jetzt konnte ein solcher Fall mittels einer DNA-Analyse aufgeklärt werden. Was war geschehen: Am 26. Juni war in einer Gemeinde im südlichen Enzkreis ein Rehkitz tot aufgefunden worden – unmittelbar daneben saß ein Hund. Da der Hundehalter angab, er habe seinen Hund nur wenige Sekunden aus den Augen gelassen, und am Reh auf den ersten Blick keine auffälligen Verletzungen festgestellt wurden, konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass das Wildtier durch die Kollision mit einem Fahrzeug verendet war. Die zuständige Jagdpächterin brachte den Kadaver jedoch zur endgültigen Klärung der Todesursache ins Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) nach Karlsruhe. Am Tierkörper wurden keinerlei Frakturen festgestellt – dafür aber schwere Bissverletzungen an Oberschenkel, Brust und Hals. Diese waren so eindeutig, dass sogar der Abstand der Reißzähne, die die Verletzungen verursacht hatten, ausgemessen werden konnte. Doch damit allein hätte sich nicht beweisen lassen, dass der neben dem toten Reh angetroffene Hund auch der „Täter“ war. Deshalb regte das Untersuchungsamt an, das gerissene Reh auf DNA-Spuren untersuchen zu lassen. Nach einer Woche kam das – auch für die Behörde überraschende – Ergebnis: Es war den Experten im Labor tatsächlich gelungen, an einer Bisswunde ausreichende Mengen DNA zu isolieren, um hieraus das DNA-Profil eines einzelnen Hundes zu erstellen. Darüber informierte das Landratsamt die zuständige Ortspolizeibehörde, worauf diese den „tatverdächtigen“ Hund und seinen Halter von der Polizei einbestellen ließ. Auf dem Revier wurde dem Hund aus der Mundschleimhaut eine DNA-Probe entnommen und der Abstand seiner Reißzähne vermessen. Nachdem bereits dabei eine große Übereinstimmung mit den Untersuchungen des CVUA Karlsruhe festgestellt wurde, brachte die Analyse der DNA-Probe das – nun nicht mehr überraschende – Ergebnis: Die am Rehkadaver festgestellten Spuren waren mit der DNA des Hundes identisch. Die zuständige Ortspolizeibehörde wird nun entscheiden, ob sie den Hund als „gefährlich“ einstuft. Dr. Martin Stein