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Wildernder Hund: Aufregung nach Abschuss

Wildernde Hunde stellen für das Wild eine ernste Gefahr dar. Foto: Erich Marek


Wieder einmal geraten Jäger in die Schusslinie der Öffentlichkeit, weil einer einen als wildernd angesprochenen Hund erschossen hat: Beim Joggen im Donauried bei Langenau (Landkreis Alb-Donau, Baden-Württemberg) ist der Hund eines Mannes abgehauen, um ein Reh zu verfolgen. Tage später stellte sich heraus, dass der Mischling von einem Jäger erschossen worden war.
Ob er dies durfte, weil der Hund ein Wildtier konkret gefährdete, wie es Paragraph 29 des baden-württembergischen Landesjagdgesetz fordert, wird von Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit untersucht. Und auch das Landratsamt Alb-Donau wird sich über den Vorfall informieren, wie dessen Pressesprecher Bernd Weltin erklärte.
Ohne den Ergebnissen der Ermittlungen vorgreifen zu wollen, wird die Sachlage in der Tagespresse diskutiert, denn nach ihren eigenen Angaben hatten die Hundebesitzer den Jäger unmittelbar nach dessen Verschwinden informiert. Der Jäger soll sich ahnungslos gestellt haben, obwohl das Tier zu diesem Zeitpunkt schon tot war.
Tage später habe der tote Hund dann im Hof des Ehepaares gelegen, nachdem dessen Herausgabe von den Besitzern verlangt worden war. Die Frau will bei Anblick des toten Tiers einen Schock erlitten haben. Das Ehepaar erstattete Anzeige. Nun ist zu klären, ob der - übrigens als besonnen geltende - Jäger den Hund erschießen durfte oder nicht. In dem stark durch Spaziergänger frequentierten Revier sei das Verhalten des Jägers durchaus nachvollziehbar, meinen viele Jäger vor Ort. "Wir haben hier Riesenprobleme mit Hunden", sagte Kreisjägermeister Max Wittlinger gegenüber der Pirsch. "Das ist insgesamt zwar sehr bedauerlich, aber für mich steht der Schutz von Wildtieren auf gleicher Höhe wie der Schutz der Haustiere". BHA