Home News Von Wilderern, Hackernund Muslimen

Von Wilderern, Hackernund Muslimen

Besenderter Elefant: Was er zu seinem Schutz trägt, kann ihm zum Verhängnis werden. Foto: WWF-Indonesia/Samsuardi


Um an Elfenbein zu gelangen, gehen Banden immer neue Wege. Wie der WWF jüngst berichtete, verkaufen mittlerweile Kriminelle Aufenthaltsorte von besenderten Tieren an Wilderer-Banden, indem sie sich in die GPS-Halsbänder hacken. Auch die mobilen Netze der Ranger seien zum Angriffsziel geworden. Dadurch sind die Wilderer häufig einen Schritt voraus.
Drastische „Geschütze“ fährt der Präsident von Uganda im Kampf gegen illegale Abschüsse auf. Er hat während eines Besuchs im Kidepo-Nationalpark die Grenzwächter aufgefordert, „auf alle Störenfriede zu schießen, die mit Waffen ins Land kommen“. Der Park liegt an der Grenze zu Nordkenia und dem Südsudan.
Erfreuliche Nachrichten kommen aus Simbabwe, zumindest auf den ersten Blick: Zwei Drittel weniger gewilderte Nashörner als im Vorjahr. Dennoch wurde die Zahl in den vergangen zwei Dekaden so stark dezimiert, dass es in den Nationalparks und Wildreservaten des Landes nur noch rund 700 Rhinos gibt (etwa 400 Spitzmaul- und 300 Breitmaulnashörner). „In den späten Achtzigern waren es noch 2.000 Tiere“, sagte Geoffreys Matipano, Chef der simbabwischen Nationalparkverwaltung am Dienstag.
Ein positives Signal kommt aus Indonesien. Islamische Rechtsgelehrte erließen eine Fatwa, ein Edikt, das Muslimen alles verbietet, was zum Aussterben bedrohter Tiere beiträgt. In Indonesien werden in der „traditionellen Medizin“ immer noch Tierbestandteile, wie zum Beispiel gemahlenes Rhino-Horn, eingesetzt. Diese gelangen unter anderem aus Afrika über die illegalen und boomenden Märkte von Vietnam und China in das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt.
BS/MS/DK