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Wilderei: Unbekannte fangen Hasen mit Schlinge

Fokko Kleihauer © Fokko Kleihauer
Fokko Kleihauer
am
Montag, 24.05.2021 - 16:09
Schlinge am Baum - FK

In einem Revier am Rheinsberg in Nordrhein-Westfalen wurde ein Fall von Wilderei zur Anzeige gebracht. Spaziergänger entdeckten Anfang Mai an einem Radweg im Revier einen Hasen, der in einer Metallschlinge zappelte. Der revierverantwortliche Berufsjäger Hermann Heuvel war schnell zur Stelle und entdeckte noch zwei weitere Schlingen in unmittelbarer Nähe. Heuvel erstattete Anzeige und installierte zwei Wildkameras am Tatort.

Bemerkte Täter die Wildkameras?

Kurz darauf erwischte eine der Wildkameras den vermutlichen Täter, erzählt Heuvel der Redaktion: „Die Wildkamera zeigte einen Mann, wie er einen Hasen aus der Schlinge nimmt.“ Anscheinend bemerkte der mit einem roten Hoodie und Jeans gekleidete Verdächtige die Kamera jedoch und steckte den Hasen nicht ein, sondern legte das Tier hinter einen Busch. Seitdem rühre der Verdächtige die Schlingen nicht mehr an, so Heuvel. „Ihn jetzt zu überführen wird schwierig, da er den Hasen nicht eingesteckt hat.“ Vor Gericht könne der Verdächtige argumentieren, er hätte dem Tier bloß helfen wollen.

Hase im Gras-FK © Adobe Stock

Ein Wilderer hatte es auf Hasen am Rheinsberg, in Nordrhein-Westfalen abgesehen.

In der näheren Vergangenheit keine Probleme mit Wilderei

Das 486 Hektar große Revier betreut Hermann Heuvel seit 42 Jahren. Besonders stolz sei er auf den guten Niederwildbestand. „Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Umgebung“, erzählt Heuvel. Probleme mit Wilderei habe es in der näheren Vergangenheit nie gegeben. Erfahrungen im Kampf gegen Wilderei konnte er als Berufsjäger in der Vergangenheit in anderen Revieren sammeln. „Früher war das ein viel größeres Problem“, sagt Heuvel. Aber auch die Erfahrung des Berufsjägers und die Bilder der Wildkamera helfen in diesem Fall nicht.

Geringe Chancen für Ermittlungserfolg

Der Pressesprecher der Kreispolizei Wesel schätzt die Chancen für einen Ermittlungserfolg gering ein: „Bei solchen Fällen ist das immer schwierig, ähnlich wie bei angesägten Hochsitzen. Wenn man die Täter nicht in flagranti erwischt, ist eine Überführung unwahrscheinlich.“ Ob der Fall weiterverfolgt wird oder nicht, sei Entscheidung der örtlichen Staatsanwaltschaft.

Heuvel und die örtliche Jägerschaft hoffen auf einen unvorsichtigen Täter. Der Verdächtigte fahre noch regelmäßig mit dem Fahrrad am Tatort vorbei. Die Wildkameras fotografieren ihn dabei. Die Vermutung des Berufsjägers: Es ist der Arbeitsweg des Verdächtigen. Fokko Kleihauer


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