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Wilderei mit Schneefahrzeug

Eindeutige Beweise: Die Spuren des Schneefahrzeuges. Foto: Screenshot ORF © Screenshot

Eindeutige Beweise: Die Spuren des Schneefahrzeuges. Foto: Screenshot ORF


Bei einer Jagd am 11. Februar überschritten mehrere Personen Reviergrenzen. In dem einen Revier (Eigenbewirtschaftung) muss aufgrund von Schutzwald-Auflagen Schalenwild auch innerhalb der Schonzeit bejagt werden. In dem Nachbarrevier jedoch nicht. Dort sollen sich die Beschuldigten zudem noch in einer Wildruhezone befunden haben. „Ich war entsetzt und konnte es kaum glauben“, berichtete Jäger und Augenzeuge Reinhold Penz gegenüber der Redaktion. Zuerst sei ein Kettenfahrzeug den Berg herunter gekommen, dann zwei Personen mit Gewehr. Zwei weitere versteckten sich im Wald. „Von einem fremden Hochsitz beschossen sie das Wild. Einen Bastbock und zwei beschlagene Geißen“, empörte sich Penz.
Neben der Art und Weise der Jagdausübung wird den Beteiligten vor allem die Überschreitung der Jagdgrenze wohl zum Verhängnis. Die Bezirkshauptmannschaft (BH) hat bereits die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Politik fordert eine lückenlose Aufklärung. „Wir ermitteln wegen schweren Eingriffs in fremdes Jagdrecht und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz“, erklärte Polizeisprecherin Susanne Dilp.
Landesjägermeister Dr. Ernst Albrich distanziert sich im Namen der gesamten Jägerschaft von diesem Vorfall und spricht in diesem Zusammenhang von einer „Verrohung der Jagd“. Die Forst-Ideologien, die seit längerem von manchen gepflegt werden, seien nicht mehr zu vertreten. Lange sei er ein guter Partner der Forstpartie gewesen. Doch: „Es gibt eine inflationäre Zunahme von Maßnahmen und Vorgaben, denen die Verhältnismäßigkeit fehlt“, so Albrich. Gemeint sind damit Maßnahmen wie Freihaltungszonen (d.h. Schwerpunktbejagung auf Schutzwaldflächen) und die Aufhebung von Schonzeiten. Dem stimmte auch Penz zu: „Der Druck auf die Jäger sei gewaltig.“
Eine Stellungnahme dazu wollte die Bezirkshauptmannschaft nicht abgeben.
MH
Einen Filmbeitrag zum Thema finden Sie hier.