+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 1.737 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 30.7.2021) +++
Home News Wilderei mit Schlinge: Mutmaßlicher Täter von Wildkamera erfasst

Wilderei mit Schlinge: Mutmaßlicher Täter von Wildkamera erfasst

Helena von Hardenberg. © Helena von Hardenberg
Helena von Hardenberg
am
Donnerstag, 15.04.2021 - 11:17
Reh-verendet © Klaus Torborg
Nass und zerzaust liegt das strangulierte Reh nach seinem qualvollen Todeskampf verendet im Wald.

Eine Ricke verfing sich am 19. März in Hechthausen-Kleinwörden (LK Cuxhaven/ Niedersachsen) in einer ausgelegten Drahtschlinge. Zwei Jäger entdeckten und erlösten das Tier. „Das war ganz klar eine professionell ausgelegte Falle“, erklärt Revierpächter Klaus Torborg gegenüber der Redaktion. Sein Schwiegersohn saß an einer Wiese an, als er gegen 17.00 Uhr auf 200 Meter Entfernung an einem Graben ein sich windendes Stück Rehwild ausmachte. Er baumte ab und näherte sich der Stelle vorsichtig. Dort angekommen, stieß der Mann auf eine Ricke, die vergeblich versuchte, sich aus der Schlinge um ihren Träger zu befreien. Da der Jäger den Draht ohne Werkzeug nicht lösen konnte, rief er seinen Schwiegervater um Hilfe. Dieser durchtrennte die Drahtschlinge, die zwischen zwei Bäumen auf einem stark frequentierten Wildwechsel angebracht worden war, mit einem Bolzenschneider. Die erschöpfte Ricke hob immer wieder das Haupt, kam aber nicht mehr auf die Läufe. Als sich das Reh nach 30 Minuten nicht sichtlich erholt hatte, erlösten die beiden Männer es von seinen Qualen.

Drahtschlinge © Klaus Torborg

Tödliche Falle: Das Ende der dicken Drahtschlinge wurde fest an einem Baum verknotet.

Mutmaßlicher Wilddieb fotografiert

Die Waidmänner ließen die durchschnittene Schlinge an ihrem Platz und positionierten auf der gegenüberliegenden Seite eine Wildkamera. Am nächsten Tag zeigte diese mehrere Bilder eines Mannes, der sich auf dem Wechsel zwischen den Bäumen bewegte. Torborg glaubte, den Mann zu erkennen und leitete bei der Polizei entsprechende Schritte ein. Der Verdächtige bestritt die Tat jedoch. Anfang April stellte die Staatsanwaltschaft das laufende Ermittlungsverfahren aufgrund mangelnder eindeutiger Beweise ein. „Die Bilder zeigen einen Mann, der in dem Bereich der ausgelegten Schlinge herumstrolcht. Jedoch nicht, wie er mit dieser hantiert“, begründet Oberstaatsanwalt Kellermann die Entscheidung.Wilderei ist eine Straftat und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldbuße geahndet werden. In besonders schweren Fällen, wie z.B. einem Schonzeitvergehen oder dem Auslegen einer Schlinge, kann eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren verhängt werden.


Kommentieren Sie