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Wilderei und Sachbeschädigung: Rehhäupter auf Hochsitz abgelegt

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Mittwoch, 20.04.2022 - 17:01
Abgetrennte Bockhäupter © Sina Göppel
Bisher gibt es noch keine Verdächtigen in diesem Fall der Wilderei und Sachbeschädigung.

Am Ostermontag dieses Jahres haben ein Revierpächter und seine Mitjägerin im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg (Bayern) bei einer Hochsitzkontrolle eine grausige Entdeckung gemacht. Auf einer Kanzel erblickten sie zwei abgetrennte Rehhäupter. Das berichtete die Mitjägerin, Sina Göppel, nun der Redaktion. Anschließend machten sie sich auf den Weg, weitere Kanzeln zu kontrollieren, ob auch hier Körperteile von Rehen abgelegt worden waren. Direkt auf der nächsten Ansitzeinrichtung ergab sich ein ähnliches Bild: wieder zwei Häupter toter Rehböcke. Die Kontrolle weiterer Kanzeln brachte noch ein weiteres Haupt eines männlichen Rehs. Insgesamt waren fünf Bockhäupter auf drei Ansitzeinrichtungen im Umkreis von 200 Metern verteilt worden. Die Jäger informierten die Polizei und erstatteten Anzeige wegen Wilderei und Sachbeschädigung gegen Unbekannt.

Die Bockhäupter wurden auf mehreren Hochsitzen verteilt.

„In der Nacht vom 5. auf den 6. April habe ich noch auf einer der Kanzeln auf Sauen angesessen“, erklärt Sina Göppel aus Meitingen. Die Tat müsse also zwischen dem 6. Und dem 18. April geschehen sein. Die Rehhäupter lagen ihrem Erhaltungszustand nach zu urteilen wohl eher länger als kürzer auf den Kanzeln. Kurz nachdem die Jägerin also angesessen hat, muss jemand die Häupter abgelegt haben.

Die Böcke waren in dem Revier nicht bekannt.

Sina Göppel vermutet, dass die Häupter eingefroren waren. „Die Böcke waren im Sommerhaar. Auch die Stangen waren komplett verfegt. Sie müssen also im letzten Jahr erlegt worden oder noch älter sein. Bekannt seien die Böcke den Jägern in dem Revier nicht. In der Vergangenheit hätten sie an mehreren Stellen im Revier Überreste von Wildtieren, wie Knochen, Decken, abgesägte Unterteile vom Rehhäuptern, Fell- und Zerwirkreste, gefunden. Auch hier wäre unklar gewesen, woher diese stammten. Dabei habe man sich aber noch nichts gedacht. Fraglich sei auch, ob diese Vorfälle mit den jüngsten Ereignissen zusammenhängen würden.

Die feige Tat hätte sie schockiert, sagt Sina Göppel. Umgeschmissene und angezündete Kanzeln seien die eine Sache. Wohl platzierte, abgetrennte Rehhäupter würden aber ein ganz anderes Zeichen setzen. Einschüchtern würde sie sich jedoch nicht lassen. Eine Fehde zwischen dem Revier, in dem sie einen Begehungsschein hat, und einem anderen Jagdpächter gäbe es nicht. In den Nachbarrevieren seien bisher keine derartigen Vorfälle vorgekommen. Man werde jetzt Maßnahmen ergreifen, um das Revier stärker zu kontrollieren. Was genau unternommen werden soll, wollte Sina Göppel aus Sicherheitsgründen vorerst nicht erklären.


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