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Wilderei: Privater Forstbetrieb lobt 10.000 Euro Belohnung aus

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Sonntag, 22.11.2020 - 07:35
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Rothirsch-Farn-Herbst © giedriius - stock.adobe.com
Ende September wilderten bislang unbekannte Täter einen Hirsch der Klasse I (Symbolbild).

Bereits Ende September wurde auf Flächen der privaten Forstverwaltung Faust nahe Goddelsheim (Hessen) ein Hirschkadaver ohne Haupt gefunden. Wie der Anwalt des Forstguts gegenüber der Redaktion erklärt, sei dies aber nicht der erste Vorfall. Schon im vergangenem Jahr wurde ein toter Rothirsch mit abgetrenntem Haupt entdeckt. Dieser befand sich in einem Waldstück nahe Medebach (Nordrhein-Westfalen) nur wenige Kilometer vom aktuellen Fundort entfernt.

In beiden Fällen handle es sich um Hirsche der Klasse I. Da nur die Häupter mitgenommen wurden, die Körper aber zurückgelassen wurden, geht die Forstverwaltung von Wilderei aus und erstattete Anzeige bei der zuständigen Polizei. Die Polizeistation bestätigt, dass am 23. September eine schriftliche Anzeige gestellt wurde. Jedoch seien die Ermittlungen ergebnislos verlaufen, sodass der Vorfall am 29. Oktober an die Staatsanwaltschaft Kassel weitergegeben wurde.

Das Forstgut wandte sich ebenfalls an den Landrat in Arnsberg sowie an das Regionalforstamt Oberes Sauerland in Schmallenberg, fühlte sich jedoch allein gelassen. „Nach diesen negativen Erfahrungen haben wir uns entschieden, selbst die Verfolgung der Wilderei zu organisieren. Die Anzeige mit einer nennenswerten Belohnung ist ein Schritt in diese Richtung“, so der Anwalt der Forstverwaltung in einem Schreiben. Insgesamt seien 10.000 Euro Belohnung für Hinweise, die zum Täter führen ausgesetzt. Ebenso fordern die Besitzer des Forstbetriebs, einen sofortigen Entzug der Jagd- sowie der Waffenerlaubnis, sollte es sich um einen Jagdscheininhaber handeln.

Neun Wildereifälle in den letzten beiden Jahren

Allein im Landkreis Waldeck-Frankenberg (Hessen) habe es in den letzten beiden Jahren insgesamt neun Fälle von Wilderei gegeben. Neben dem Hirsch, wurde ebenfalls ein Stück Schwarzwild sowie „sonstiges Wild“, nach Aussagen der Polizei gewildert. Drei der neun Vorfälle konnten erfolgreich aufgeklärt werden.


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