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Wilderei im Nationalpark: Pfeilschuss auf Auerhahn

J.-M. Bloch © Markus Werner
Josef-M. Bloch
am
Freitag, 01.05.2020 - 08:34
Auerhahn-von-Pfeil-getroffen © Nationalpark Berchtesgaden
Der Auerhahn ist dem Tod nur knapp entronnen, deutlich ragt der rote Pfeil aus den Federn des Vogels.

Ein roter, knapp 20 Zentimeter lange Pfeil ragte im hinteren Bereich des Auerhahns aus dem Federkleid des Tieres hervor. Das war einem Mountainbiker aufgefallen, der daraufhin die Nationalpark-Ranger informiert hatte, wie der Nationalpark Berchtesgaden (Bayern) in einer Presseaussendung mitteilt. Diese hätten sich dann gemeinsam mit einem Berufsjäger auf den Weg gemacht und den Urhahn eingefangen.

In der Mitteilung heißt es weiter: Der Pfeil, vermutlich verschossen aus einer so genannten Pistolenarmbrust, hatte den Auerhahn an einer Stelle getroffen, an der das Federkleid besonders dicht ist. Er steckte mehrere Zentimeter tief im Federkleid des Tieres und war in einigen besonders starken Federkielen stecken geblieben.

Balzverhalten als Grund für mangelnde Scheu?

Der knapp 20 Zentimeter lange Kunststoffpfeil wurde wohl aus einer so genannten "Pistolenarmbrust" verschossen, vermutet der Nationalpark.

Der an der Aktion beteiligte Berufsjäger Christian Willeitner ist sich sicher: "Nur ein paar Zentimeter weiter vorne und der Hahn wäre tot gewesen oder jämmerlich verendet“.

Die Hilfe der angeforderten Spezialtierärztin war nicht mehr nötig, der Auerhahn hatte den Angriff nahezu unverletzt überstanden. Ein Grund dafür, warum es möglich war, auf Pfeilschuss-Distanz an den Großen Hahn hin zu kommen, kann die derzeit laufende Balz des Auerwildes sein.

Hähne verlieren dabei zuweilen ihre natürliche Scheu und achten weniger auf die Umgebung. Speziell dieser Auerhahn und sein Einstand waren nach Angaben des Nationalparks zudem vielen Berggehern aus der Region und darüber hinaus bekannt.

Ermittlungen gegen bisher unbekannten Wilderer

Der Fall wurde laut Nationalparkverwaltung bei der Polizeiinspektion in Berchtesgaden anzeigt. Diese ermittelt nun wegen Verdachts auf Wilderei und Verstoß gegen Artenschutzbetimmungen und das Tierschutzrecht. Zeugen werden gebeten, sich unter 08652 94670 direkt bei der Polizei zu melden. PM/JMB


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