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Wilderei: Hund verbeißt sich in Frischling

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Leonie Engels
am
Donnerstag, 30.12.2021 - 13:40
Frischling © ©topetry - stock.adobe.com
Der Frischling musste vom Jagdpächter erlöst werden. (Symbolbild)

Bei einem Waldspaziergang am 23. Dezember 2021 im Hainbachtal bei der Walddusche in der Nähe von Gleisweiler (Landau, Rheinland-Pfalz) lässt ein intensives Kreischen den ausgebildeten Wanderführer Rolf Lüchow aufhorchen. „Zunächst konnte ich die Laute nicht richtig zuordnen, deshalb suchte ich nach der Lärmquelle“, berichtete Lüchow der Redaktion.

Der Wanderer legte einige Meter zurück, als er einen großen Schäferhundmischling in einem Bach erblickte. „Der Hund biss immer und immer wieder in den Nacken und die Keulen eines kleinen Frischlings, das Ganze ging zu diesem Zeitpunkt schon über 20 Minuten lang. Der hilflose Frischling klagte dabei sehr laut.“ Ferner vermutete Lüchow, dass das Jungtier schon einige hundert Meter Fluchtstrecke hinter sich hatte und nun verzweifelt Schutz im Wasser des Bachs suchte. Doch das kalte Wasser hielt den Hund nicht vom Wildschwein ab.

Frischling wird nach stundenlanger Qual erlöst

Rolf Lüchow verständigte daraufhin sofort den zuständigen Förster, der wiederum den für das Revier verantwortlichen Jagdpächter benachrichtigte. Als der Pächter und sein Sohn im Revier ankamen, suchten sie den Frischling nach – ohne Erfolg. Mithilfe von Lüchow, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Wald war und dafür wieder zurückkehrte, fanden die drei Männer das Jungtier. Der Frischling lag noch lebend, aber stark verwundet im Bach. Der Jagdpächter fing das Jungtier nach einem mittlerweile zweistündigen Todeskampf ab.

Hundeführer nicht auffindbar

Während des gesamten Vorfalls konnte weder der Schäferhundmix noch der dazugehörige Hundeführer identifiziert werden. Bei der Suche nach dem Frischling begegnete eine Frau den drei Männern, die einen braunen Schäferhundmischling suchte. Ob sie die mutmaßliche Hundehalterin ist, ist nicht bekannt.

Nicht der erste Fall

Lüchow berichtete der Redaktion, dass dies nicht der erste Fall von Wilderei in der Region durch einen Hund gewesen sei. So wurde im vergangenen Sommer ein Reh gerissen und ein Frischling schwerverletzt. Die Bisspuren wiesen auf einen Hund hin. „Hundehalter müssen auf ihre Vierbeiner achten und auch frühzeitig eingreifen, sodass es nicht zu solchen Grausamkeiten kommen kann“, mahnt Rolf Lüchow.


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