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Wilderei: 31-Jähriger erlegte Gams und bedrohte Jäger

Mann-mit-Waffe © Artem - stock.adobe.com
Der Wilderer lieh sich von einem Bekannten die Waffe inklusive Schalldämpfer.

Er wollte eine Gams erlegen und endete vor dem Landesgericht Innsbruck: Ein 31-Jähriger wurde vom 3. auf den 4. Mai 2019 dabei erwischt, wie er illegal eine Gams erlegte. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, hatte der Mann von einem Bekannten eine Jagdwaffe mit Schalldämpfer geliehen, um eine Gams zu wildern.

Er ließ sich von seiner Freundin im Raum Telfs zu einer Wiese fahren, welche bei Einheimischen für ein hohes Gamsaufkommen bekannt ist. Dort erlegte er dann mit der geliehenen Waffe eine Gams. Der Sohn des Jagdpächters, der zufällig in der Nähe war, hörte den Schuss und stellte den Wilderer. Er forderte den Mann auf, die Waffe fallen zu lassen. Der ertappte Wilderer bedrohte daraufhin jedoch den Jäger und rief ihm zu, dass dieser verschwinden solle, ansonsten würde er ihn erschießen. Der Sohn des Jagdpächters verschanzte sich hinter einem Traktor, seine Begleitung alarmierte die Polizei.

Wilderer flüchtete im Lieferwagen

In der Zwischenzeit flüchtete der Wilderer im Lieferwagen eines herbeigerufenen Freundes. Im Rahmen einer eingeleiteten Zielfahndung konnte der Gesuchte dann durch die Spezialeinheit Cobra im Laderaum des Lieferwagens aufgegriffen werden.

Auch Freundin und Fahrer verurteilt

Vor Gericht bestritt sowohl die Freundin des Anklagten als auch der Fahrer, etwas von den Plänen bzw. von der Tat gewusst zu haben. Der Mann, welcher nicht im Besitz ein Jagderlaubnis ist, musste sich wegen Verbrechen des schweren Eingriffs in fremdes Jagdrecht, der schweren Nötigung sowie Vergehen nach dem Waffengesetz verantworten. Das Gericht verurteilte den Mann zu neun Monaten Haft. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, wurde die Haftstrafe zur Hälfte in eine bedingte Geldstrafe in Höhe von 4860 Euro umgewandelt. 3400 Euro Schadensersatz für die Gams und Anwaltskosten seien schon beglichen. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Die Mitangeklagten, sowohl seine Freundin als auch der Fahrer, erhielten eine Diversion in Höhe von je 1000 Euro. Der Waffenbesitzer in Höhe von 900 Euro.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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