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Weniger Jagd, mehr Zäune?

Um Niederwild und Bodenbrüter zu schützen, müssen Neozoen stark bejagt werden. Foto: Jens Krüger © Jens Krüger

Im Mittelpunkt der Themenkomplexe, zu denen Vertreter von Naturschutz- und Jagdverbänden, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Behörden zu Wort kamen, standen unter anderem Fragen zu den Auswirkungen der Prädatoren auf die Vogelpopulation und deren Bejagung.
Weitestgehend Einigkeit bestand darin, dass Mink, Waschbär und Marderhund als Prädatoren auf Vögel vielfach größere Auswirkungen haben als einheimische Beutegreifer. Dr. Norman Stier, Technische Universität Dresden, konnte in einem Untersuchungsgebiet Gelege-Prädationsraten von bis zu 100 Prozent bei Stockenten und Blessrallen nachweisen. Eine Verbesserung des Brutergebnisses setzte nach einer intensiven Bejagung der Raubsäuger ein.
Eine Übertragung dieser Erkenntnisse zur Begründung einer landesweiten Raubwildbejagung halten Vertreter des Naturschutzes für inakzeptabel. Ihrer Ansicht nach kompensieren Prädatoren die „Ausfälle“ innerhalb kürzester Zeit. Als zielführend wird vom Naturschutz nur eine kleinräumige Bejagung auf Insellagen und eingezäunten Flächen angesehen.
Laut Landesjagdverband bedeute die Formel „Mehr Abschüsse gleich mehr Tote“ immer eine Verminderung des Besatzes. Andere „Forschungsergebnisse“ seien Fehlinterpretationen. Abgelehnt wird auch der Ausschluss von Prädatoren durch Zäunung von Flächen.
Mehr zu dem Thema lesen Sie in der unseren Jagd 1/2014, die am 24. Dezember erscheint.

RS