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Weniger Flächenverbrauch angestrebt

Unter Leitung von Bundesminister Peter Ramsauer (CSU) trafen sich die für Raumordnung zuständigen Minister aus Bund und Ländern kürzlich in Berlin zu Beratungen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme. Die Minister sind sich einig, den Flächenverbrauch in Deutschland weiter zu senken und die Flächeninanspruchnahme differenzierter zu erfassen.

Peter Ramsauer meinte laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums dazu: "Wir wollen für Verkehrsprojekte und Siedlungsbau künftig weniger Neuland in Anspruch nehmen. Es wird zwar weiterhin eine Nachfrage nach neuen Flächen geben, der demografische Wandel eröffnet jedoch neue Chancen, diesen Bedarf zu verringern. Wir wollen die Zersiedlung im Außenbereich und den Verbrauch natürlicher und landwirtschaftlicher Flächen minimieren."
Gleichzeitigsoll sich dieErfassung der Flächeninanspruchnahme stärker an der "Wirklichkeit orientieren. Dies hätte nach den Ausführungen des Ministers jedoch zur Folge, dassErholungsflächen nicht als Flächenverbrauch gerechnet würden. Eine Interpretation, die aus Sicht des Wildschutzes sicherlich nicht immer gerechtfertigt erscheint.
Nach Angaben des Ministeriums betrug derAnteil von Erholungsflächen am statistischen Flächenverbrauch in den Jahren 2005 bis 2008 nämlich 45 Hektar pro Tag, was 40 Prozent des gesamten Zuwachs der Flächeninanspruchnahme in diesem Zeitraum entsprach. Das heißt im Umkehrschluss: Mit der neuen Zählweise würde der "statistische Flächenverbrauchszuwachs" mit einem Schlag um 40 Prozent verringert.
Die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme ist ein wesentliches Ziel der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung von 2002. In den Jahren 2005 bis 2008 gingen rein rechnerisch pro Tag rund 112 Hektar für Verkehr und Siedlungen verloren. RJE

Bild: Verkehrsprojekte tragen wesentlich zum Flächenverbrauch in Deutschland bei (Foto: JMB).