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Weiße Schädel Adieu?

Die Personalien und das Vorlegen des Jagdscheins waren bisher für den Erwerb nötig (Symbolbild). Foto: Matthias Meyer © Matthias Meyer

Die kürzlich in Kraft getretene Änderung hat zur Folge, dass Apotheken Lösungen mit einem Gehalt von mehr als zwölf Prozent Wasserstoffperoxid nicht mehr an private Endverbraucher abgeben dürfen. Für das richtige Bleichen von Schädeln, die je nach Bundesland auf Trophäenschauen vorgezeigt werden müssen, ist allerdings eine zirka 30-prozentige Lösung notwendig.
Hintergrund der Verschärfung ist laut eines Schreibens der Bayerischen Landesapothekerkammer "die missbräuchliche Verwendung von Wasserstoffperoxid für die Herstellung von Triacetontriperoxid (TATP), einem Sprengstoff, der in der Terrorszene Verwendung findet". Für gewerbliche oder berufsmäßige Verwender soll diese Abgabebeschränkung allerdings nicht gelten. Nach Aussage des Bundesinnenministeriums gegenüber jagderleben fallen unter diesen Personenkreis auch Berufsjäger und Tierpräparatoren, da der Gebrauch von Wasserstoffperoxid Teil ihres beruflichen Tätigkeitsfeldes ist.
Grundlage für das Abgabeverbot ist eine Änderung der Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV), unter die Wasserstoffperoxid bisher fiel. Diese beinhaltete eine Ausnahmeregelung für gewisse Verwendungszwecke, die eine Lösung von mehr als zwölf Prozent erfordern - also unter anderem die Trophäenbehandlung. Seit der Neuerung fällt der Stoff aber unter die "EU-Verordnung über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe ((EU) Nr. 98/2013)", die 2018 in nationales Recht umgesetzt werden soll. Diese verbietet jedoch die Abgabe an "Mitglieder der Allgemeinheit". RW

 


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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