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WBK-Einzug rechtens

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Freitag, 03.07.2015 - 09:50
Foto: UPF © UPF

Das Urteil zeigt: Die Waffe sollte erst unmittelbar vor der Jagdausübung transportiert werden (Symbolbild). Foto: UPF

Was war passiert? Der Forstdirektor hatte im Oktober 2013 auf dem Weg zu seinem Jagdrevier einen Wald seines Dienstherren aufgesucht, um dort Forstarbeiten zu überprüfen. Vor Ort nahm ein Jagdausübungsberechtigter unbemerkt eine Büchse aus dem Pkw des Beamten und brachte sie am Tag darauf in seinem 30 Kilometer entfernten Wohnort zur Polizei. Da hatte der Forstbeamte seine Waffe bereits als verlustig gemeldet. Der Pächter behauptete, er habe wegen des Verdachts auf Wilderei die Waffe gesichert. Diese hätte geladen und offen einsehbar auf der Rückbank des ihm unbekannten und unverschlossenen Autos gelegen. Die Untere Jagdbehörde zog daraufhin wegen waffenrechtlicher Unzuverlässigkeit den Jagdschein des Forstdirektors ein, die Kreispolizeibehörde wiederrief seine Waffenbesitzkarte.
Vor dem Verwaltungsgericht kam der Pächter als Zeuge gegen den klagenden Forstdirektor jedoch nicht gut weg: Die Richterin hielt seine Aussage wegen zahlreicher Widersprüche für wenig glaubwürdig. Dass die UJB jedoch einzig anhand seiner Darstellung ihre Entscheidung gefällt habe, wertete die Richterin als Ermessensfehler. Die fünfjährige Sperrfrist müsse neu überdacht werden. Die Klage wurde aber dennoch abgewiesen. Der Forstdirektor habe die etwa zweistündige dienstliche Tätigkeit mit dem Weg zur Jagd verknüpft, hätte aber die Waffe deshalb nicht dabei im Auto haben dürfen. Ob das Fahrzeug tatsächlich unverschlossen gewesen sei, spiele keine Rolle, da er schon beim Mitführen der Waffe gegen die Aufbewahrungsvorschriften verstoßen habe.
Ulrich Pfaff