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Auf Waschbärjagd im Atelier

Der Waschbär hinterlies bei seiner Zerstörungsaktion Farbspuren.


Als Künstler Dieter M. Weidenbach am Freitagmorgen (8. Dezember) sein Atelier in einer ehemaligen Lagerhalle betrat, glaubte er, er sei Opfer eines Einbruchs geworden. Überall lagen zerstörte Bilder, umgeworfene Farbtöpfe und ausgeräumte Bücherregale. Allerdings waren alle Türen geschlossen, kein Fenster zerstört. Als er sich in das obere Stockwerk begab, entdeckt er den Übeltäter auf einem Deckenbalken – ein Waschbär. Er habe in seiner ersten Wut versucht, das Tier zu vertreiben, alle Türen geöffnet und sei dem Räuber mit einer Holzlatte und einer selbstgebauten Lanze zu Leibe gerückt, erzählt der Künstler. Erreicht habe er dabei aber nur, dass sein Autoreifen zerstört wurde. Der Störenfried sei ihm immer wieder ausgewichen, habe sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Irgendwann sei das Tier endlich verschwunden. Da er noch Besuch erwartete, habe er sechs Stunden lang aufgeräumt, so Weidenbach.

Schaden zwischen 3000 und 5000 Euro

„Am nächsten Morgen komme ich rein – das gleiche Bild.“ Dieses mal habe er dann die Feuerwehr alarmiert, die über einen Tierarzt einen Jäger verständigte. Als jener eintraf, habe sich der Waschbär aber schleunigst verzogen. Seither sei er auch nicht wieder aufgetaucht. Weidenbach meint: „Er hat mir eine Lektion erteilt, ich habe kapiert, dass ich der Eindringling bin. Jedes Lebewesen hat ein Recht zu Leben.“ Der Maskierte müsse wohl schon seit Jahren in der Decke leben. Er sei einerseits bestürzt gewesen, über die Zerstörungskraft des Tieres. Andererseits sei ihm klar geworden, dass das dieses nur seinen Anspruch durchsetze. „Das respektiere ich,“ sieht er die Sache inzwischen gelassen. Insgesamt sei ihm ein Schaden von 3000 bis 5000 Euro entstanden, so Weidenbach.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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