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Waldstrategie 2050 als Leitlinie der Jagdpolitik?

Sascha Numßen, Chefredakteur © dlv
Sascha Numßen
am
Montag, 11.05.2020 - 14:17
Julia-Klöckner © Christian Schätze
Die PIRSCH hat Ministerin Julia Klöckner zur Stellungnahme aufgefordert.

Zwischen CDU, CSU und SPD wurde für die 19. Legislaturperiode ein Koalitionsvertrag geschlossen, in dem unter Kapitel VI.5. zum Thema „Jagd“ festgehalten wird:

„Wir erkennen die Jagd als nachhaltige Nutzungsform an und wollen sie weiterhin stärken. Wir werden bundeseinheitliche Regelungen für eine Zertifizierung von Jagdmunition mit optimaler Tötungswirkung bei gleichzeitiger Bleiminimierung, einen Schießübungsnachweis, die Jäger- und Falknerausbildung sowie -prüfung schaffen.“

In Ihrer Rede auf dem Nationalen Waldgipfel am 25. September 2019 in Berlin führte Bundesministerin Julia Klöckner u.a. folgendes aus:

„Jagd und Waldbewirtschaftung müssen Hand in Hand gehen. Wo zu hohe Schalenwilddichten die Wiederbewaldung oder die Anpassung der Wälder durch Waldumbau gefährden, müssen wir handeln. Ziel ist es, auf solchen Flächen eine stringentere und zielgerichtete Jagd des Schalenwildes zu ermöglichen.

Das Jagdgesetz ermöglicht zwar schon jetzt angemessenes Handeln. Jäger und Waldbauern sollen gemeinsam jagdliche Schwerpunkte definieren. Das klappt leider nicht überall. Dafür passen wir das Bundesjagdgesetz an. Um einen tragfähigen Ausgleich zwischen Wald und Wild zu erreichen und zu gewährleisten, dass Jungpflanzen der Hauptbaumarten auch ohne Zaunschutz aufwachsen können.“

Waldstrategie 2050 als Leitlinie für Jagdpolitik?

Die Bundesregierung hob diesen Gesichtspunkt mehrfach in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Kirsten Tackmann u.a. (Drs. 19/17173) „Änderung des Bundesjagdgesetzes zur Unterstützung des naturgemäßen Waldumbaus“ vom 04.03.2020 (Drs. 19/17595) ebenfalls hervor. 

Verschiedentlich wird die „Waldstrategie 2050“ als künftige Leitlinie der Bundesregierung für das Handlungsfeld der Jagdpolitik genannt. Die Jagd soll danach wohl als „wichtiger Bestandteil des Waldschutzes“ mit dienender Funktion gesehen werden. Sie soll Verantwortung für klimastabile Mischwälder tragen, wobei die Vermeidung von Wildschäden hoheitlicher Aufsicht unterliegen soll. 

Befragen Sie die Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlkreises

Das alles hat mit den vom Koalitionsvertrag vorgesehenen Änderungen des Bundesjagdgesetzes absolut nichts zu tun. Vielmehr hat es den Anschein, als sei ein deutlicher Paradigmenwechsel mit erheblichen Auswirkungen auf Grundeigentümer (u.a. Reviersystem) und Jagdausübungsberechtigte (u.a. Jagd als Dienstleistung) vorgesehen.
Die PIRSCH hat daher die Bundesministerin Julia Klöckner in einem offenen Brief (klick) gebeten, bis 25. Mai 2020 Stellung zu nehmen. 

Sie, liebe Jägerinnen und Jäger, können unterstützen, indem Sie die Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlkreises ebenfalls dazu befragen.


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