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Waldschnepfe: EuGH rügt Frühjahrsbejagung in Österreich

Schnepfe-Erlegerbild © glenkar - stock.adobe.com
Österreich wurde für die Frühjahrsjagd auf Schnepfen gerügt.

Aufgrund der Frühjahrsjagd auf Waldschnepfen hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) einen Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie 2009/147 festgestellt und Österreich deshalb gerügt. Der Niederösterreichische Jagdverband gab in einer Pressemitteilung bekannt, das er diese Entscheidung und die vorausgegangene Klage nicht nachvollziehen könne.

In Niederösterreich ist die Jagd auf den Waldschnepfenhahn während des Balzfluges erlaubt. In einer umfangreichen und wissenschaftlich untermauerten Argumentation hatte der NÖ Jagdverband nach eigenen Aussagen dargelegt, dass die Frühjahrsbejagung schonender als andere Bejagungsformen sei und sie keinerlei Auswirkungen auf die Besatzesentwicklung habe. „Die gesetzlich reglementierte, zurückhaltende Bejagung der Waldschnepfe ist gemäß den Monitoring-Ergebnissen als nachhaltig zu bewerten. Der Besatz ist in Niederösterreich seit vielen Jahren konstant bzw. leicht steigend“, so der Jagdverband

Änderung des Geschlechterverhältnisses entspricht nicht Vogelschutzrichtlinie

Der EuGH jedoch lehnt die Frühjahrsjagd auf die Waldschnepfe ab und sieht den Schutz sowohl von männlichen als auch von weiblichen Waldschnepfen während der Nist- und einzelner Phasen der Brutzeit gefährdet. Eine Änderung des Geschlechterverhältnisses durch die Bejagung männlicher Tiere würde nicht der Vogelschutzrichtlinie entsprechen, so die Begründung des EuGH. Der NÖ Jagdverband hält dagegen, dass es sich bei Waldschnepfen um eine polygyne Art handelt, dass Männchen also mehrere Weibchen begatten und bei der Aufzucht des Nachwuchses nicht beteiligt sind.

Der Europäische Gerichtshof führt in seiner Urteilsbegründung weiter an, dass Österreich nicht nachgewiesen habe, dass eine Frühjahrsjagd tatsächlich schonender als die Herbstjagd sei und das es „keine andere zufriedenstellende Lösung“ im Sinne von Art. 9 Abs. 1 der Vogelschutzrichtlinie gebe. Auch würde die spätere Herabsetzung der Abschusszahlen nach der abgegebenen Stellungnahme Österreichs dafür sprechen, dass das Land nicht über genügend Daten verfüge, um die, für die Ausnahme notwendige, „geringfügige Menge“ zu definieren.


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